Von der peruanischen Wahl in Offenbach und Party in Frankfurt

Absperrungen vor dem Generalkonsulat von
Peru in Offenbach um die Wählermassen
zu ordnen

Am 4.6.2006 wurde in einer Stichwahl Alan Garcia zum neuen Präsidenten von Peru gewählt. Auch die Peruaner im Ausland waren daran beteiligt. Weil meine Frau Peruanerin ist, war ich gewissermaßen als Beobachter ebenfalls dabei. So eine Wahl nach peruanischer Art unterscheidet sich zwar nicht im Wesentlichen von einer deutschen Wahl, aber die vielen kleinen Detailunterschiede finde ich interessant.

Um also der Wahlpflicht der Staatsangehörigen von Peru genüge zu tun und der Geldstrafe von 30 Dollar für Nichtwähler zu entgehen, sind wir am ersten Sonntag im Juni zur Wahl nach Offenbach gefahren. Da es nur ein Wahllokal für ganz Hessen und Nordrhein-Westfalen gab, kamen zur Wahl viele Peruaner und Peruanerinnen aus den beiden Ländern zusammen. Das ist schon ein außergewöhnliches Ereignis, das gefeiert werden kann. Und so gliederte sich unser Tag in zwei Teile: 1. Wahl in Offenbach und 2. Fiesta in Frankfurt.

Teil 1: Die Wahl des Präsidenten

Wählerlisten

Die Fahrt von Düsseldorf nach zum Generalkonsulat von Peru in Offenbach war problemlos. Nach gut zwei Stunden Autofahrt über staufreie Autobahnen standen wir vor dem Konsulat. Um die Wählermassen in geordnete Bahnen zu lenken, waren Absperrgitter vor dem Eingang aufgebaut. Zwei Wahlräume mit je mehreren Wahltischen waren aufgebaut.

Aber bevor er zur Wahl schreiten konnte, mußte der Wähler erstmal seinen Wahlraum und seine Wahltischnummer herausfinden. Dazu waren entsprechende Listen außen am Gebäude aufgehängt, auf denen die Peruaner die „Tischnummer“ ihres Wahlausweises suchen durften. Wenn man seine Nummer gefunden hatte, wußte man erstmal, in welche Schlange man sich einreihen durfte.

Neben den Wählerlisten waren noch weitere Plakate ausgehängt. Eines klärte den Wähler über die sieben notwendigen Schritte zur erfolgreichen Wahl auf:

Die 7 Schritte zum Wahlerfolg
  1. Wahltisch auf öffentlich ausgehängter Wählerliste finden,
  2. Wahlschein am Wahltisch abholen,
  3. Kreuzchen machen,
  4. Wahlschein in die Urne werfen,
  5. auf der Wählerliste am Wahltisch unterschreiben und mit Zeigefingerabdruck bestätigen,
  6. Mittelfinger in das Tintenfass stecken,
  7. prüfen, ob man auch das Hologramm bekommen hat, das die Pflichterfüllung bestätigt.
Stimmzettel mit fiktiven Kandidaten

Daneben wurde ein Abbild eines Stimmzettels ausgestellt. Die Stimmzettel zeigen von beiden Kandidaten der Stichwahl jeweils ein Foto und ein Logo. Im Beispiel allerdings nur mit fiktiven Kandidaten, anscheinend einer fortschrittlichen Telefon-Partei (links!) und einer konservativen Bleistift-Partei (rechts!). Man darf ein Kreuzchen oder ein X machen. Ein spezielles Feld zum Ankreuzen ist allerdings nicht da – man muss den Kandidaten der Wahl einfach durchkreuzen oder durch-X-en.

Soldaten dürfen bevorzugt wählen

Bestimmte Wählergruppen werden bevorzugt behandelt, wie man auf einem weiteren Aushang lesen kann: Schwangere, Menschen mit Säuglingen, Alte, Behinderte, Polizisten und Soldaten (sofern sie Uniform tragen oder sich ausweisen können). Und dafür gibt es sogar mehrere Gesetze und eine Resolution (Ley N.°27408, Ley N.°27050, y Resolución Jefatural N.°080-2006-J/ONPE).

Im Wahllokal

Vollbesetzer Wahltisch Nr. 6
Markierter Finger direkt nach der Stimmabgabe
Blauer Finger gegen
die Zweitstimme

Diese Bedienungsanleitung haben wir aber erst nach der Wahl entdeckt – so haben wir uns einfach zu dem Knubbel Peruaner vor dem Eingang gesellt. Es war um 14:00 Uhr zum Glück nicht (mehr?) so voll, dass wir lange warten mussten. Die Tische A bis F wurden einzeln aufgerufen. Bei jedem Aufruf schlängelte sich jemand mit dem passenden Buchstaben aus der gut gelaunten Menge nach vorne. Nicht zu lange später waren wir dran – ich durfte als Wahlbeobachter freundlicherweise mit rein. Dann lief alles so, wie wir später in der Anleitung nachgelesen haben. Wahlschein, Kreuzchen, Urne, Unterschrift, Abdruck, Tintenfinger, Hologramm. Die Peruaner gehen wirklich auf Nummer sicher. Auf der internen Wählerliste am Wahltisch war sogar ein Foto von jedem Wähler abgedruckt.

Mit Erlaubnis der drei freundlichen Damen vom Wahltisch durfte ich die Wahl fotografisch dokumentieren. Die hier abgebildete Geste der Wählerin mit dem Mittelfinger hat übrigens keinen anderen Hintergrund als die vorschriftsmäßige Handhaltung beim Tunken des Fingers in das Tintenfass.

Peruanischer Imbiß im Park

Peruanische Freßbuden

Danach sind wir in eine Park direkt gegenüber gegangen, in dem ein paar Imbißbuden und ein Bierstand aufgebaut waren. Dort gab es peruanisches Essen (Ceviche und importiertes typisches Knabberzeug) und Getränke (Chicha Morada, Inka-Cola).

Te amo, Perú
Ceviche

Die Verkäufer trugen mehrheitlich rote „Te amo Peru“-T-Shirts. Wir haben zuerst gedacht, es wären Freunde von Humalas Partei, denn die Humalista trugen während des Wahlkampfes als Marketing-Gag immer ein rotes T-Shirt mit einer Liebeserklärung für Peru. Allerdings ist jenes doch ein bisschen anders gestaltet und trägt den Schriftzug „amor por el PERÚ“ (siehe z.B. hier).

Teil 2: Die Fiesta Peruana

Leckere Auswahl peruanischer Speisen

Für das Nachmittagsprogramm hatten wir eigentlich die Frankfurter Zeil und das Museumsufer geplant, aber dann fiel uns die Ankündigung einer Fiesta Peruana in dem Frankfurter Club Latin Palace Changó in die Hände. Shopping und Gemälde oder Livemusik und Tanzen?

Das Changó war nicht schwer zu finden (nahe am Hauptbahnhof, Münchener Strasse 57). Als erste angenehme Überraschung gab es hier nochmal peruanisches Essen – und zwar sehr lecker und zu zivilen Preisen:

Unsere Wahl:
Chicharon, Pollo und Cusqueña Bier
  • Chicharon con mote (frittierte Schweinefleischstücke mit Mais)
  • Ceviche (roher Fisch in Zitronensaft)
  • Arroz con pollo (Reis mit Hähnchen)
  • Papa a la Huancaina (Kartoffeln mit Käse-Chili-Sauce)
  • Causa (Kartoffelpüree mit Füllung)
  • Aji de Gallina (Eintopf aus Kartoffeln, Hähnchen und Chili)
  • Arroz con leche (Milchreis)
  • Keque (Kuchen)
  • Mazamorra morada (Pudding aus rotem Maismehl)

Dazu zwei Cusqueña-Bierchen – wie in Lima.

Livemusik von Sol Latino

Währenddessen legte die Band mit Gesang und Gitarrenmusik los. Die Gruppe nannte sich Sol Latino und spielte Lieder aus den Anden, darunter El Condor Pasa auf der Panflöte, aber auch ganz andersartige. Ich habe nur ein Foto von dem Gitarren-Duo, aber es waren zeitweilig bis zu fünf Musiker auf der Bühne.

Festejo Tänzerin

Später legte der DJ dann Salsa, Merengue und zwischendurch auch peruanische Tanzmusik auf, z.B. Festejo. Es war eine angenehme Stimmung. Anders als die Deutschen haben die Peruaner Volkstänze, die sie auch gerne und zwanglos in der Disco tanzen, wenn sich die (in Deutschland) seltene Gelegenheit bietet. Ich habe auch ein paar Tanzschritte gelernt. Der Tanz heißt Saya. Die Frau bewegt sich dabei sexy und hüftbetont mit recht kompliziert aussehenden Schritten, der Mann schlenkert eigentlich nur ausladend seine Arme und stampft dazu machohaft männlich breitbeinig und mit zurückgelehntem Oberkörper mit den Füßen auf den Boden. Als Überraschung des Abends führte eine Tänzerin noch einen Festejo auf.

Auf der Rückfahrt nach Düsseldorf waren wir müdegetanzt.

Wahl, Peru, Präsident, Frankfurt, Offenbach, Stimmzettel, Tinte, Party, Salsa, Festejo, Saya

Alan Garcia gewinnt die Stichwahl in Peru

Nach 84% ausgezählter Stimmen führt Alan Garcia bei der Wahl zum Präsidenten von Peru mit 54,7% gültiger Stimmen. Ollanta Humala erreicht bisher 45,3% – so berichtet die Wahlbehörde ONPE auf ihrer offiziellen Webseite. Dieser Vorsprung ist nicht mehr einzuholen, somit wird Alan Garcia in den nächsten fünf Jahren Perus Präsident – seine zweite Chance.

Humala hat die Ergebnisse bereits öffentlich akzeptiert und Garcia gratuliert. Dennoch feiert er seinen Erfolg. Das ist auch nicht ganz unberechtigt, denn sein Schnellstart von 0 auf 45% ist außergewöhnlich und zeigt die Unzufriedenheit und den Wunsch nach Veränderung in der Bevölkerung, besonders in den Anden, wo Humala teilweise über 80% der Stimmen hat. Garcia hat zwar 54% der Stimmen, aber sicher nicht 54% der Zustimmung. Ein großer Teil der Stimmen ist nur „geliehen“, um einen Präsident Humala zu verhindern. Das dürfte Garcias Präsidentschaft erstmal belasten. Wie sehr die Lage polarisiert ist, zeigt auch die geringe Anzahl ungültiger Stimmen, nämlich nur rund 7% gegenüber 16% in der ersten Wahlrunde.

Dazu:
Spiegel-Online: Mitte-Links-Kandidat schlägt Linkspopulisten

Update 15.6.2006: Am 13.6.2006 hat ONPE, die zentrale Wahlkommission, das Endresultat veröffentlicht. Danach kam Garcia doch nur auf 52,625% aller gültigen Stimmen, Humala auf 47,375%. 8,522% der abgegebenen Stimmen waren ungültig oder leer.

Peru, Wahl, 2006, Präsident, Alan Garcia, Ollanta Humala

Erste Umfragen nach der Peruwahl: Ausgang knapper als erwartet

Kurz nach Schließung der Wahlokale in Peru (vor ca. einer Stunde, 16:00 Uhr Ortszeit, 23:00 MEZ) sind die ersten Umfragen vom Apoyo-Institut nach der Wahl des Präsidenten von Peru veröffentlicht worden. Danach führt Alan Garcia nur sehr knapp mit ca. 52.8%, also rund 6% Vorsprung vor Ollanta Humala. Andere Institute (Datum, Pop) sehen Garcia mit rund 10% im Vorsprung. Allerdings sind solche Umfragen weniger genau, als die Nachkommastellen vorgaukeln. Zum Vergleich: in den letzten Umfragen vor der Wahl hatte Garcia noch 20% Vorsprung. Die Auszählung könnte doch noch spannend werden.

Peru, Wahl, 2006, Alan Garcia, Ollanta Humala, Präsident

Der Tag vor der Präsidentenwahl 2006 in Peru

Am Sonntag, 4.6.2006, ist es soweit. Die zweite Runde der Präsidentenwahl in Peru steht an, die Stichwahl zwischen Alan Garcia und Ollanta Humala. Garcia führt in den Umfragen inzwischen mit 60%, aber von den meisten Wählern scheint er einfach als das kleinere Übel angesehen zu werden. Er war schon mal Präsident, von 1985 bis 1990, und hinterließ das Land in Scherben. Er bekam weder die Terroristen vom Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad), noch die Hyperinflation (1990: 7649 %) in den Griff. Bei der letzten Wahl trat bereits als Präsidentschafts-Kandidat an, verlor aber am Ende knapp gegen den amtierenden Präsidenten Toledo. Jetzt hat er seine zweite (oder dritte) Chance.

Man könnte als Deutscher annehmen, dass die Peruaner in Deutschland eine nette Einladung zur Wahl bekommen, einen Wahlschein, auf dem alles notwendige steht, wann und wo etwa. Nichts dergleichen. Jeder muß sich selber informieren. Den notwendigen Druck stellen 30 Dollar Strafe dar, die bei Nichterfüllen der Wahlpflicht pro Wahlgang drohen.

Peruaner in Nordrhein-Westfalen müssen wieder zum Generalkonsulat von Peru in Frankfurt, welches sich allerdings in 63065 Offenbach am Main, Kaiserstr. 74-78, befindet. Informationen wann und wo genau, z.B. ab wieviel Uhr oder Straße und Hausnummer des Wahllokals sind schwer zu bekommen. Die Webseite des „Frankfurter“ Konsulats schreibt nur was zum 1. Wahlgang vom 9. April, der Berliner Konsul schreibt, dass das Berliner Wahllokal von 8:00 bis 16:00 Uhr auf hat (gilt dann wahrscheinlich so für alle), der Hamburger Konsul schreibt viele Details inklusive der „Wahltisch-Nummern“ (Mesas electorales, die auch auf den peruanischen Personalausweisen (DNI) stehen), aber leider nichts zur „Frankfurter“ Adresse, außer dass diese bald festgelegt wird (local de votación a determinar próximamente). Wer es definitiv wissen muss, kann ja beim „Frankfurter“ Generalkonsulat anrufen. Die Nummer ist (0049) 69-133 09 26.

Die Presse dazu:

Wahl, Peru, 2006, Präsident, Alan Garcia, Ollanta Humala, Garcia, Humala, Offenbach, Frankfurt, Generalkonsulat

Neuer Tanzfilm: „Take the lead“ / „Dance!“ mit Antonio Banderas

Pierre Dulaine ist ein Tanzlehrer und Inhaber des Pierre Dulaine Dance Club in New York. Außergewöhnlich ist an dem Mann, dass er besonderes soziales Engagement entwickelt hat. Von ihm stammt die Initiative „Dancing Classrooms“, die zum Ziel hat, New Yorker Grundschülern das Tanzen beizubringen. Bis heute hat das bei rund 7500 Kindern mehr oder weniger geklappt. In einem zehnwöchigen Intensivkurs lernen die Schüler Grundlagen des „Ballroom Dancings“, Standardtänze, aber auch Salsa, Merengue etc. Am Ende kommt, ganz amerikanisch, ein Tanzwettbewerb.

Sozial ist daran, das dabei viele sozial eher benachteiligte Schüler nicht nur das Tanzen lernen, sondern auch erstmals Selbstvertrauen entwickeln und richtig aufblühen. Das kann man selber erleben, wenn man den Dokumentarfilm „Mad Hot Ballroom“ anschaut (gibt es inzwischen als DVD). Die Kinder von drei Schulen werden darin von der ersten Tanzstunde bis zum Finale des Wettbewerbs begleitet. Der Film ist wirklich rührend.

Das gleiche Thema ist jetzt nochmal verfilmt worden, diesmal als Spielfilm, „Dance!“, mit Antonio Banderas als Tanzlehrer Pierre Dulaine. Man darf miterleben, wie er die Idee für sein soziales Tanzprogramm hat, als er beobachtet, wie ein Schüler ein Auto demoliert. Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber hier ein paar Kritikfetzen von filmstarts.de: „charmanten Besetzung“, „ansehnlich geschnittene Bilder“, „vielfältiger Soundtrack“, „heiße Rhythmen „, „für laue Sommerabende zu zweit ein heißer Tipp“. Es gibt aber auch andere Meinungen, z.B. von cineastentreff.de: „einfach gestrickte Mentorengeschichte“, „formelhaft abgespulter Plot“, „altbekanntes Schema“, „das Herz fehlt“. Am Ende muss man wohl wie immer selber entscheiden. Im Orginal heißt der Film übrigens „Take the lead“, was mir besser gefällt. Ein gutes Motto.

Mehr:

Tanzen, Tanzfilm, Kino, Mad Hot Ballroom, Dance, Take the Lead, Pierre Dulaine, New York

Charanga Habanera Konzert am 23.6.2006 in Essen, Prenses Palace

Flyer zum Charanga Habanera Konzert

Dieses Konzert dürfte ein Hit werden: Charanga Habanera, 16 Musiker plus Tanzensemble aus Kuba, spielen am 23.6.2006 im Prenses Palace in Essen. Veranstaltet wird das Konzert wieder von Echolatino, die neulich auch schon Cesar Chino Perez nach Essen geholt haben (das Konzert war super!).

Charanga Habanera haben in den letzten 10 Jahren die Salsa-Variante Timba wesentlich mitgeprägt (wie übrigens auch die Band NG La Banda, bei denen Calixto Oviedo der Drummer war – und der am 5.6.2006 in Düsseldorf spielt). Juni wird hier in Düsseldorf und Essen anscheinend der Timba-Monat. Wer sich für Details zur Charanga Habanera interessiert, findet auf timba.com so ziemlich alles, Biographien, Interviews, Discographien, Lyrics, Fotos, Tourdaten etc.

Daten zum Konzert:

Datum: 23.6.2006 (ein Freitag, zum Glück)
Start: 21:00 Uhr
Ort: Prenses Palace, Westendhof 4, 45143 Essen
Eintritt: Vorverkauf 20 Euro, Abendkasse 25 Euro
Tickets: Unter Telefonnummer 02365-5035500 oder bei www.echolatino.com

Mehr dazu:

Charanga Habanera, Konzert, Timba, Salsa, Essen, Prenses Palace

Konzert von Calixto Oviedo in Düsseldorf: Latin Jazz aus Kuba im Zakk

Am Pfingstmontag, 5.6.2006, spielt Calixto Oviedo mit seiner Latin Jazz-Band „Latin Train“ im Zakk in Düsseldorf. Calixto Oviedo ist ein Perkussionist aus Kuba, der lange mit der Gruppe NG la Banda“ unterwegs war, aber auch solo schon zwei Platten aufgenommen hat. Seine erste Solo-Platte heißt „La Recompensa“ („Die Belohnung“) (gibt es bei Amazon). Seine jüngste Platte, „Calixto’s Way“, habe ich bei Amazon noch nicht gefunden, vielleicht kann man die ja beim Konzert bekommen. Jetzt hat der Kubaner eine eigene Band, seinen „Latin Train“ mit den bekannten und preisgekrönten Musikern

  • Alexander Abreu (Trompete),
  • Carlos Pérez (Posaune) und
  • Luis Varona (Trompete)

Soweit ich das verstanden habe, sind das nur die größeren Stars der Band. Ich konnte nicht rausfinden, wieviele Musiker am 5.6. spielen, aber es ist die Rede von einer „großen Band“ und ich habe in anderem Zusammenhang etwas von sieben Köpfen gelesen. Das muss aber nicht stimmen. Auf jeden Fall ist Band zum ersten Mal in Deutschland unterwegs.

Übrigens, (auch) im Anschluß an das Konzert kann man tanzen – DJ Radi legt im Zakk Salsa auf. Schade, dass der Pfingst-Dienstag nicht auch noch frei ist.

Hier nochmal die Daten:

Adresse: Zakk, Fichtenstr. 40, 40233 Düsseldorf
Datum: 5.6.2006
Start: 20:00 Uhr
Eintritt : Abendkasse 15 Euro
Veranstalter: Deutsch-Lateinamerikanischer Freundeskreis e.V.

Links:

Salsa, Konzert, Kuba, Zakk, Düsseldorf, Calixto Oviedo, Latin Jazz, Musik, Tanz

Mumie, Observatorium, Königsgrab, Linienbild und alter Mais : Entdeckungen in Peru und Guatemala

Die Archäologen buddeln weiter in Peru und Guatemala. Am Jahresanfang machten die Nachrichten zu einer antiken Frauenbrauerei und zu Maya-Fundstücken die Runde. Seitdem gibt es einige Neuentdeckungen:

  • die Mumie einer Indio-Herrscherin in Nord-Peru
  • ein antikes Observatorium bei Lima, Peru
  • ein Maya-Königsgrab in Guatemala
  • 4000 Jahre alter Mais in Waynuna, Peru
  • ein riesiges Linienbild in Peru

Die Mumie

Im Tal von Chicama nahe der Pazifikküste in Nord-Peru liegt das Ausgrabungsfeld El Brujo. Ein Team um den peruanische Archäologen Régulo Franco ist hier schon seit 1990 mit Ausgrabungen beschäftigt. Jetzt haben sie mal wieder was Spektakuläres gefunden: eine sehr gut erhaltene Mumie aus der Mochica-Kultur im vierten Jahrhundert. Die Tote ist eine 20 bis 25 jährige Frau, die offenbar recht mächig war, vielleicht eine Herrscherin, wie die Kultgegenstände aus Gold und Silber in ihrem Grab belegen. Trotz der 1700 Jahre im Grab sind die Tätowierungen auf ihrer Haut noch als Schlangen und Spinnen zu erkennen. Die Wissenschaftler haben die Mumie „Señora de Cao“ getauft. Quellen: El Comercio (spanisch), Handelsblatt (deutsch). Mehr zum Fund in Wikipedia (spanisch) und bei Google.

Das Observatorium

In der Nähe des Ortes Buena Vista in Peru, in Norden von Lima und nur ein paar Kilometer von der Küste entfernt, gräbt ein Team um den emeritierten Professor Robert Benfer (hier seine Homepage) von der Universität Missouri-Columbia. Dort fand er in einer „Temple of the Fox“ getauften Stätte eine große Skulptur eines böse oder traurig, jedenfalls stirnrunzelnd dreinblickenden Gesichtes (vielleicht eine frühe Darstellung von Pachamama, der Verkörperung von Mutter Erde), flankiert von zwei Tierfiguren. Das Ding ist auf 2200 vor Christus datiert, und stammt von einer unbekannten Kultur der vorkeramischen Zeit. Die Wissenschaftler glauben, die Skulptur habe zur Himmelsbeobachtung bzw. Datumsbestimmung gedient, da es zusammen mit anderen Artefakten Linien bildet, die auf den Sonnenauf- und -untergang zur Sonnenwende am 21. Juni und 21. Dezember weisen. Quelle: Columbia Daily Tribune (Englisch). Mehr: Noch eine Seite über den Forscher Robert Benfer. Weitergooglen.

Das Königsgrab

Die alte Maya-Stadt El Peru Waka wurde in den sechziger Jahren im Urwald Guatemalas entdeckt. Das Team um Hector Escobedo (Guatemala-Stadt) und David Freidel (Southern Methodist University, Texas) hat dort jetzt am Fuße einer Pyramide eine Grabkammer entdeckt. Genaugenommen ist Herr Escobedo zufällig durch die Decke der Grabkammer eingebrochen, als das Team gerade die Schäden nächtlicher Anstrengungen von Grabräubern inspizierten. In der Kammer fanden die Forscher außer den Knochen Geschirr aus Ton, eine Trommel, Jadeschmuck, ein Jaguarfell und Tonfiguren – vermutlich das Grab eines Mayafürsten. Der Fürst starb vor etwa 1700 Jahren. Quelle: Spiegel Online. Mehr dazu bei Google.

Der Mais

Archäobotaniker lesen die Vergangenheit aus uralten Überresten von Pflanzen. In Waynuna, Südperu, hat das Team um die Forscherin Linda Perry vom Department of Anthropology des National Museum of Natural History in einem 4000 Jahre alten Bauernhaus Reste von Mais, Kartoffel und Pfeilwurzel aufgestöbert. So alten Mais hat in den Anden bisher noch keiner gefunden – bisher galt nur der Maisanbau seit 2500 Jahren als gesichert. Quelle: Telepolis. Mehr dazu selber googlen.

Das Linienbild

Die Deutsche Forscherin Maria Reiche ist in Peru berühmt, denn ihr Lebenswerk war es, in Peru die Linien von Nazca zu erfoschen. Diese Linen in der Wüste bei der Stadt Nazca sind teilweise schnurgerade und bis zu 20 km lang, teils geometrische Flächen und teils Tierfiguren, von einer Größe von zehn bis mehreren Hundert Metern, z.B. darunter Abbilder von Menschen, einem Affen, Vögeln, Fischen etc. Die Figuren wurden vor rund 2000 Jahren geschaffen. Seit den 1980er Jahren wurden keine neuen komplexen Bilder mehr gefunden – bis kürzlich. Dank moderner Satellitentechnik konnte der japanische Forscher Masato Sakai und sein Team von der Yamagata University in Tokio ein neues Linienbild aufspüren: ein gehörntes Tier mit einer Länge von über 60 Meter. Quelle: Spiegel Online. Mehr dazu bei Google.

Peru, Guatemala, Forschung, Nazca, Maya, Moche, Mochica, Mumie, Grab, Mais, Lateinamerika

Artikelserie zu Fußball und Politik in Lateinamerika

Beim ORF gibt es eine Artikelserie zur Fußball-WM 2006, in der die teilnehmenden Länder vorgestellt werden. Dabei versuchen die Autoren, den politischen Hintergrund des Fußball darzustellen. Das gelingt auch ganz flüssig, wie ich finde. Hier ein paar Ausschnitte aus den Artikeln über die lateinamerikanischen Teilnehmer (Artikel zu Brasilien, Mexiko und Paraguay fehlen noch):

Argentinien

„Nur die Fußballer streiken nicht. Sie produzieren, noch immer, nationale Identität. Zu dieser Identität gehörte, im Urteil der Nachbarn, stets eine Prise Überheblichkeit. Die ist jetzt weg. Selbst der neue argentinische Nationaltrainer José Pekerman predigt die Tugend der Bescheidenheit.“

Costa Rica

„Die Regierung unterstützte den Irakkrieg von Präsident Bush, obwohl die Verfassung Neutralität geboten hätte. Auch dagegen wurde protestiert und demonstriert. Am 8. Oktober 2005 fand dann das entscheidende WM-Qualifikationsspiel gegen die Vereinigten Staaten statt. Costa Rica gewann mit 3:0, die Volksseele war besänftigt, Regierung und Opposition feierten gemeinsam – und für eine gute Zeit lang war die Welt wieder in Ordnung.“

Ecuador

„Neben der guten Technik und der ausgewiesenen Kampfkraft der Spieler wussten sie während der Qualifikation auch einen Standortvorteil zu nutzen: Sie setzten die Heimspiele in der Hauptstadt Quito an, auf 2.800 Metern Höhe und immer um zwölf Uhr mittags, wenn die Sonne besonders unerbittlich brennt. So wurden – zu Hause – Argentinien und Brasilien geschlagen.“

Trinidad und Tobago

„Am 16. November aber winkte in Bahrains Hauptstadt Manama das Glück. Das einzige Tor gelang Dennis Lawrence, dem Mann aus Englands vierter Liga. Umgehend und höchst folgerichtig erklärte Ministerpräsident Patrick Manning den Tag danach zum nationalen Feiertag. Gearbeitet hatte seit dem Anpfiff in Manama auf Trinidad und Tobago ohnehin niemand mehr und mit dem Schlusspfiff begann auf beiden Inseln ein einziges, riesiges Fest. Der Karneval begann einfach sechs Wochen früher und dauert bis heute an.“

Lateinamerika, Fußball, WM, WM 2006, Argentinien, Costa Rica, Ecuador, Trinidad und Tobago