Festival Jazz Perú 2008 in Lima

Schade, dass Lima soweit von Düsseldorf entfernt ist – denn heute (1) beginnt das „Festival Jazz Perú 2008“, 5 Tage lang an zwei Locations mit 19 Bands – darunter die deutsche Jazzband Schultzing. Schultzing spielen heute, am Mittwoch um 22:00-01:00 (mit 2 weiteren Bands) in der Jazz Zone, einem Jazzlokal in Miraflores (Av. la Paz 656, Miraflores, Lima). Das Programm ist auf der Homepage etwas schwer zu finden, aber hier zwei Direktlinks: Link 1 und Link 2. Freitag und Samstag spielt die bekannte Eva Allon in der Nationalbibliothek von Peru (Av. de la Poesia 160, San Borja, Lima). Die anderen Bands sind mir nicht bekannt, aber man kann auf der Homepage des Festivals eine Menge Songs probe hören.

Anmerkungen:
(1) In diesem Fall darf ich zu Mittwoch noch heute sagen, obwohl hier schon Donnerstag ist, weil Lima uns ja 6 Stunden hinterherhinkt.

Hintergründe des Säbelrasselns in Lateinamerika

Ein leicht lesbarer Artikel von Peter Burghardt zum kürzlichen Säbelrasseln in Lateinamerika steht in jetzt.de, dem Online-Magazin der Süddeutschen Zeitung. Der „kalte Krieg“ gehe dort in eine neue Runde. „Die Feldherren sind Kolumbiens rechtskonservativer Präsident ?lvaro Uribe, engster Verbündeter der USA südlich des Rio Grande, und Venezuelas Präsident Hugo Chávez, Wortführer einer linksnationalistischen Bewegung, sowie der Neusozialist Rafael Correa aus Ecuador und Altsozialist Daniel Ortega aus Nicaragua.“ Kolumbien hatte am 1.3.2008 Terroristen der FARC außerhalb seiner Landesgrenzen, in Ecuador, bombardiert und damit Truppenbewegungen in Ecuador und Venezuela ausgelöst. Einen Tag nach dem Erscheinungsdatum, am 8.3.2008, hat sich die Lage wieder beruhigt (siehe Spiegel.de: Südamerikas Scharfmacher schließen Spontanfrieden), aber der jetzt.de-Artikel ist trotzdem noch lesenswert, weil er die Hintergründe ohne Geschwafel erklärt. Nebenbei liefert der Artikel auch noch einen Neuzugang für meine inoffizielle Liste mit Chávez-Titulierungen durch die Medien: „Nervensäge“.

Offizielle Statistiken zur Migration aus Peru

Das Nationale Institut für Statistik und Informatik von Peru, INEI (El Instituto Nacional de Estadística e Informática), ist etwas, das man nicht jeden Tag braucht, aber ab und zu es kann interessant sein, in den staubigen Zahlen zu stöbern. Man findet zum Beispiel monatlich einen Bericht über die Ein- und Ausreisen von und nach Peru, resp. die Migration der Peruaner. Peru ist ein Auswanderungsland. Auf Seite 20 des aktuellen Berichtes kann man nachlesen, dass im Dezember insgesamt knapp 2000 Peruaner mehr ins Ausland gegangen als zurückgekehrt sind. Nach Kontinenten bzw. Ländern betrachtet, zeigen sich allerdings ganz schöne Unterschiede. So sind über 9000 Leute in die USA ausgewandert, aber aus Europa kamen über 2000 zurück. Deutschland ist kein relevantes Ziel, 27 Rückkehrer sind in der Bilanz verzeichnet. Interessant ist dabei die Bilanz nach Geschlechtern: 35 Peruaner kehrten Deutschland den Rücken, aber 8 Peruanerinnen blieben hier hängen. Die USA haben im gleichen Zeitraum über 6300 Peruanerinnen (und 3600 Peruaner) angelockt. Die Bewegungen zwischen Peru und dem Rest Südamerikas sind auch kurios: knapp 4300 Rückkehrer, erstaunlicherweise ca. 4900 davon Frauen – abzüglich gut 600 männlicher Auswanderer. Die größten Batzen dabei: ca. 11000 Peruaner kehrten aus Chile zurück und 3700 aus Argentinien, dafür verschwanden ca. 7300 nach Ecuador und 5000 nach Bolivien.

Das IMEI veröffentlichte kürzlich auch einen Bericht über die letzten 17 Jahre (den ich aber noch nicht auf der Webseite des IMEI gefunden habe). Danach sind in diesem Zeitraum 2 Millionen Peruaner ausgewandert (bei ca. 28 Millionen Einwohnern).