Chile – Peru: Kartoffelkampf

Im Kulturkampf zwischen Chile und Peru ist eine neue Stufe erreicht: die Kartoffel. Nachdem der chilenische Universitäts-Professor Andres Contreras den Plan verkündete, die 280 Kartoffelsorten, die in Chile angebaut werden, als Chiles nationales Erbe zu registrieren, reagierte Peru. Der Außenminister Oscar Maurtua sagte, es sei allgemein akzeptiert, dass die Kartoffel aus dem südlichen Peru stammt und demnach zum peruanischen nationalen Kulturerbe gehört. Quelle: BBC.

Wenn sich hochrangige Politiker in diesen Streit einmischen, steckt wahrscheinlich noch mehr dahinter. Biopiraten?.

Kartoffel, Peru, Chile, Biopiraten

La Loca de la Coca

Der Spiegel online hat eine schöne Geschichte über Koka ausgegraben. Melby Paz ist „La Loca de la Coca“ (die Koka-Verrückte) eine Geschäftsfrau, die seit Jahren Produkte auf Koka-Basis entwickelt. Ihr Unternemen „Coincoca“ in Boliviens Koka-Produktionszentrum Cochabamba verwertet jährlich 350 kg Kokablätter und produziert daraus mehrere hundert Liter Koka-„Wein“ (hilft angeblich gegen Parkinson und Impotenz). Daneben produziert sie auch noch Koka-Seife, -Shampoo, -Zahnpasta und Plätzchen. Das Geschäft laufe noch besser, seit Evo Morales (Koka-Befürworter) Boliviens Präsident ist (und als Poster in ihrem Laden hängt).

Der Artikel von Jens Gluesing beleuchtet die Hintergründe der ganzen Koka-Thematik in Bolivien: die Zusammenhänge von Drogenschmuggel, dem US-Kampf gegen Drogen, Gelder aus den USA, der Armut der Bauern usw. Ist recht interessant.

Fundstücke im Web

Coca, Koka, Bolivien, Evo Morales

Mario Vargas Llosa

Mario Vargas Llosa, der berühmteste Schriftsteller Perus, wird heute 70. Herzlichen Glückwunsch! Geboren wurde Vargas Llosa am 28. März 1936 in Arequipa im Süden Perus, wuchs dann 10 Jahre in Bolivien aufgewachsen, kehrte dann nach Peru zurück. Später studierte er in Lima und lebte danach viele Jahre im Ausland, in Paris, London, Barcelona, USA. Zwischendurch betätige er sich auch mal als Politiker und war sogar der Favorit bei einer Präsidentenwahl Perus: 1990 verlor er in der Stichwahl gegen Alberto Fujimori. Fujimori wurde erst Diktator, dann korrupt und dann erwischt und, nun ja, sitzt heute in Chile im Knast. Vargas Llosa lebt heute in London.

Ich habe ein schönes Buch von ihm gelesen: „Tante Julia und der Kunstschreiber“, von 1977. Darin verliebt sich ein 19 Jahre alter Jüngling in seine 10 Jahre ältere Tante Julia und heiratet sie schließlich gegen den Widerstand der Familie. Das Buch ist autobiographisch: Vargas Llosa heiratete mit 19 Jahren Julia Urquidi Illanes, die um 10 Jahre ältere Schwester einer Schwägerin der Mutter. 10 Jahre später, nach der Scheidung heiratete er nochmal, diesmal seine Cousine Patricia Llosa. Ein Familienmensch mit einem bewegten Leben.

Die Welt am Sonntag und die Mitteldeutsche Zeitung haben zum Geburtstag von Vargas Llosa längere Artikel veröffentlicht.

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Vargas Llosa, Peru, Schriftsteller, Lima

Hologramme aus Deutschland für die Peru-Wahl

Ein deutsches Unternehmen liefert Hologramme für die Wahl in Peru.

Es wäre doch schön, wenn diese Hologramme als künstlich-intelligente Wahlhelfer für die im Ausland lebenden Peruaner eingesetzt werden könnten – nach Art des Holodoktors des Raumschiffs Voyager. Dann gäbe es vielleicht genug Personal, um eine Wahl in den Heimatorten, z.B. in Düsseldorf, zu ermöglichen, statt Peruaner aus ganz NRW nach Offenbach bei Frankfurt zu schicken, um die Stimme abzugeben. Für Peruaner haben nämlich kein Wahlrecht, sondern eine Wahlpflicht. Wer nicht wählt, muß Strafe zahlen, 136 Soles bzw. ca. 30 Euro. Und zwar pro Wahlgang – und nach einer absoluten Mehrheit für Ollanta Humala, Flores Nano oder Alan Garcia im ersten Wahlgang sieht es im Moment nicht aus. Sprich: 60 Euro Strafe für’s Nichtwählen.

Leider sind die Hologramme doch keine KI’s in Menschengestalt, sondern nur High-Tech-Aufkleber, die nach der Wahl auf den DNI, das Documento Nacional de Identidad, früher Libreta Electoral (Wählerausweis) genannt, gepappt wird.

Hersteller der Hologramme ist die Witzhavener Rako-Gruppe, der größte deutsche Etiketten- und Hologrammherstellerm der auch gerade in das Geschäft mit RFID-Chips einsteigt. Die Welt am Sonntag hat gerade einen Artikel über Rako veröffentlicht.

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Pio Leyva – der Mann mit der Zigarre ist tot

Salsa kommt in die Jahre, die Pioniere sterben aus. Pio Leyva haben wir im Januar noch live singen gehört. Der alte Mann war der Star des Salsa-Konzertes von “The Havana Lounge?, schlurfte mit seiner riesigen Zigarre auf der Bühne herum, wurde zwischendurch am Arm zum Päuschen von der Bühne geführt – strahlte aber trotz seines offensichtlichen Alters Energie und Lebensfreude aus. Bekannt war er duch Wim Wenders Film „Buena Vista Social Club“ über alte kubanische Musiker – der Film hat seit seinem Erscheinen 1999 das Interesse für Salsamusik in Deutschland richtig schön angeheizt. Leyva war der älteste Überlebende der Band. Am Mittwoch, den 22.3.2006, ist Pio Leyva in Havanna, Kuba, gestorben – mit 88 Jahren, ein schönes Alter.

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Tod eines Koka-Bauern aus Peru

In den Andenländern streben die Koka-Befürworter an die Macht. Ollanta Humala, der auch für die Liberalisierung des Kokahandles steht, führt die jüngsten Umfragen zur nahenden Präsidentenwahl in Peru an. In Bolivien ist der ehemalige Koka-Bauer Evo Morales kürzlich zum Präsidenten gewählt worden und seine Regierung sucht nun nach neuen, legalen Einsatzmöglichkeiten für Koka. Der bolivianische Außenminister David Choquehuanca„Vielleicht müssen wir unseren Kindern statt Milch Koka-Blätter als Schulspeisung geben“ – hält Koka für einen wertvollen Mineralienspender (Kalzium und Phosphor). Auch die meisten US-Bürger lieben ihre tägliche Ration Koka – und der Rest der Welt ist mit dem Geschmak der Kokablätter ebenfalls vertraut, denn: Coca Cola enthält Geschmacksstoffe der Koka-Blätter – daher auch der Name – aber das Kokain ist nicht mehr dabei. Den Import läßt Coca Cola durch die Stepan Company aus New Jersey durchführen, die eine Sondergenehmigung zur Einfuhr und Verarbeitung der Kokablätter aus Peru und Bolivien besitzt. Die Stepan Company importiert 45.000 Tonnen Koka-Blätter jährlich von der ENACO, der Nationalen Coca Agentur Perus, die das Monopol auf Kokahandel in Peru hat. Die ur-amerikanischste Company der Vereinigten Staaten importiert Koka aus Südamerika während die US-Regierung einen „Krieg“ gegen Kokain und den Kokaanbau führt. Bizzar, oder?

Im Zusammenhang mit der aktuellen Entwicklung in Südamerika ist ein Dokumentarfilm vom Regisseur Marcel Kolvenbach interessant, der am Donnerstag, 30.3.2006, 22.00 – 22.30 Uhr, im WDR Fernsehen läuft: „Tod in den Anden – Der Aufstand der Koka-Bauern in Peru“:

Mauro, ein Kokabauer, ist von der Polizei erschossen worden. Der Ort San Gaban in der unzugänglichen Bergregion im Südosten Perus soll in den Händen von Terroristen und der internationalen Drogenmafia sein. Die Terroristen hätten die Kokabauern zum Überfall auf ein Wasserkraftwerk angestiftet, so der Vorwurf der peruanischen Regierung. Daran hat der Koka-Experte Hugo Cabieses seine Zweifel.

Die Filme von Marcel Kolvenbach sind sehenswert. Wer es verpasst: wird am 31.03.2006, 11:45 Uhr im WDR wiederholt.

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Dritthöchster Wasserfall der Welt in Peru entdeckt

Der deutsche Entwicklungshelfer Stefan Ziemendorff hat in Peru den dritthöchsten Wasserfall der Welt entdeckt. Der Catarata Gocta ist 771 Meter hoch und liegt im Urwald des peruanischen Amazonasdepartments. Peru verdrängt damit die USA vom Podest, denn bisher war der Yosemite-Wasserfall in den Bergen der Sierra Nevada auf dem dritten Platz (mit 739 Metern). Die Plätze eins und zwei bleiben bei Venezuela und Südafrika – hier die aktuelle Rangliste:

  1. Salto Angel, 972 Meter, Venezuela
  2. Tugela Falls, 948 Meter, Südafrika
  3. Catarata Gocta, 771 Meter (plus/minus 13,5 Meter), Peru
  4. Yosemite, 739 Meter, USA

Allerdings ist diese Rangfolge ohne Gewähr, da ich nur die Wikipedia als Quelle habe. Die „Welt“ spricht immerhin von „einem der höchsten Wasserfälle der Welt“.

Um den Wasserfall ranken sich zahlreiche Legenden: z.B. soll eine schöne Sirene in der Lagune des Wasserfalls wohnen, die die Mutter der Fische des Flusses ist und einen Goldschatz beschützt. Vermisste Dorfbewohner werden als Opfer der Sirene verbucht. Der Wasserfall und die lokalen Legenden waren bisher nur den Einheimischen bekannt und die hatten wenig Chancen, jemandem davon zu berichten, denn es gibt im nahen Dorf kein Telefon. Das könnte sich aber bald ändern, denn der riesige Wasserfall dürfte eine Touristenattraktion werden.

Update: NBC liefert Fotos und ein Video vom Wasserfall.
Entdeckung

Gehirne im Fernsehen und in Lima, Peru

Das Gehirn ist ja eines der wichtigeren Organe des Menschen und erregt (gewissermaßen bei sich selber) immer wieder Interesse. Gerade wird in der ARD eine interessante Reihe mit dem Titel Expedition ins Gehirn gezeigt, die auch schon im Februar auf Arte lief. Die erste Folge (Gedächtnis-Giganten) war faszinierend, es wurden Menschen gezeigt, die – obwohl autistisch oder anderweitig gehirngeschädigt – unglaubliche Gedächnisleistungen vollbringen. Fortsetzung in der ARD am 22. März 2006, 23.15 – 0.00 Uhr (Der Einstein-Effekt) und 23. März 2006, 23.45 – 0.30 Uhr (Der große Unterschied), aber auch zu weiteren Terminen auf anderen Sendern.

Wenn man in Lima wohnt oder dort mal zu Besuch vorbeischaut, kann sich vom Gehirn selber ein Bild machen. In Lateinamerikas erstem Gehirnmuseum im Krankenhaus Santo Toribio de Mogrovejo ist vor wenigen Tagen eine Ausstellung mit mehr als 3000 Gehirnen frisch eröffnet worden. In einem Nebenraum gibt’s passenderweise auch gleich den Seziertisch nebst 30 cm langem Seziermesser zu sehen. Die Direktorin des Museums, Diana Rivas, besorgt den Nachschub selbst, zumindest wird sie zitiert mit dem Spruch „For me, cutting brains is like peeling potatoes“ (Gehirne zerschneiden ist für mich wie Kartoffelschälen). Die armen Organspender sind an diversen Hirnkrankheiten gestorben: gezeigt werden Hirne der Opfer von Krebs, Trichinose, Alzheimer, Aids, Gehirnschlag und Creutzfeldt-Jakob. Ein Besuch ist nach dem Essen zu empfehlen.

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Perú Elecciones 2006

Solo faltan 24 días para las elecciones presidenciales en el Perú. El próximo 9 de abril del presente se elegirá al nuevo Presidente del Perú, quien ocupará el lugar del actual Presidente Alejandro Toledo.

En el Perú podrán votar todos los ciudadanos que cuenten con su DNI. En el extranjero todos aquellos que rectificaron su dirección en su DNI, como se sabe el plazo para realizar estos trámites de cambios de datos sobre el registro de identidad, incluyendo el cambio de domicilio, venció el dia 10 de diciembre del 2005, fecha en la que se cerró el Padron Electoral.

Según las últimas disposiciones del Registro Nacional de Identificación y Estado Civil, se podrá utilizar el Documento Nacional de Identidad, en las próximas Elecciones 2006, asi haya excedido su fecha de vencimiento, mas no se utilizará este para los trámites administrativos.

Para los peruanos radicando en el exterior, sería recomendable que se informen lo más pronto posible a través de los Consulados Peruanos, el lugar donde se ubicarán las mesas de sufragio correspondientes a su número de DNI, para que así cumplan con su obligación de votar y se evite de pagar una multa de 136 soles. Más informaciones pueden obtener a través de la página web del diario Oficial el comercio www.elcomercio.com.pe

Lamentablemente muchos ciudadanos peruanos que residan lejos de los Consulados en donde se vota, tendrán que decidir entre pagar el transporte que los conduzca al lugar de Sufragio o pagar la multa correspondiente por Omiso. Una Situacion muy desagradable para muchos.

Por otro lado esperemos con mucha confianza que los ciudadanos peruanos reflexionen muy seriamente, sobre los diferentes aspectos que cada Candidato ofrece, antes de emitir su voto.

Bergbau in und Metallexport aus Peru

Metalle wie Kupfer, Zink, Silber, Gold und Molybdän (was war doch gleich Molybdän?) sind der Exportschlager von Peru. Insgesamt machten sie im Januar über 50% der peruanischen Exporte aus, wie Perus Energie- und Bergbauminister Glodomiro Sanchez verlauten läßt. 1 Milliarde US-Dollar wollen Bergbauunternehmen dieses Jahr in Peru investieren und Rohstoffe im Wert von vielen Milliarden Dollar pro Jahr exportieren. Allein im Januar 2006 exportierte Peru Rohstoffe im Wert von über 720 Millionen US-Dollar.

Wenn man die Wirtschaftsnachrichten aus Peru verfolgt, stößt man oft auf Bekanntmachung internationaler Bergbaugesellschaften, die stolz ihre neuen „Mining“-Projekte verkünden und Details der Geologie und der Finanzierung preisgeben (z.B. hier und hier). Ein bisschen tiefer graben muß man, um die Kehrseite der Medallie zu finden: Gesundheits- und Umweltschäden (z.B. in La Oroya).

Ich finde das Thema interessant genug, um die Fakten dazu ab heute auf einer eigenen Seite mit dem Titel Bergbau in Peru zu sammeln.