Hugo Chávez Favorit bei Präsidentenwahl in Venezuela

In Venezuela wird heute, am 3.12.2006, ein neuer Präsident gewählt – oder derselbe nochmal, denn Favorit ist der Amtsinhaber Hugo Chávez. In den Umfragen hat Chávez einen Vorsprung von mehr als 20 Prozent vor Manuel Rosales, dem Kandidaten der Opposition. Seine Beliebtheit bei der Bevölkerung ist auch auf seine Sozialprogramme zurückzuführen, z.B. die 18.000 Ärzte, die Kuba in die Armenviertel Venezuelas geschickt hat – im Tausch gegen die 100.000 Barrel Öl, die Chávez täglich nach Kuba liefern lässt.

Quellen:

Ex-Diktator Pinochet entzieht sich bald endgültig der Strafverfolgung

Augusto Pinochet, Ex-Diktator von Chile, entzieht sich wahrscheinlich bald endgültig seiner Verantwortung für tausende Entführungen, Folterungen und Morde, die unter seiner von 1973 bis 1990 währenden Militärdiktatur begangen wurden. Der 91-jährige ringt nach einem Herzinfarkt mit dem Tod.

Wegen seiner schlechten Gesundheit gelang es ihm, sich der Strafverfolgung zu entziehen, die in den letzten Jahren ansatzweise versucht wurde – 2001 erklärte ein Gericht Pinochet für nicht verhandlungsfähig. Verurteilt und bestraft wurde er nie und außer ein paar Jahren Hausarrest musste er nichts erdulden. Seine Anhänger jubeln ihm noch heute zu – so z.B. bei seinem 91. Geburtstag am 25.11.2006, als er noch mal ohne Reue auf seine Diktatur zurückblickte.

Pinochets Präsidentschaft begann mit dem Putsch gegen den damaligen sozialistischen Präsidenten Salvador Allende. Er wurde auch später nie zum Präsidenten gewählt. Als die Demokratie am 14. Dezember 1989 in Chile in Form einer freien Wahl mit Gegenkandidaten wieder eingeführt wurde, verlor er sogleich gegen Patricio Aylwin. Pinochet blieb aber Senator auf Lebenszeit – dank der Verfassung, die er für sich selbst maßgeschneidert hatte.

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Update 11.12.2006: Pinochet hat es heute geschafft und sich durch Tod der Strafe entzogen.

Lateinamerika auf der Weltrangliste der Korruption

„Korruption hält Millionen von Menschen in der Armutsfalle gefangen.“ So äußert sich Huguette Labelle, die Vorsitzende von Transparency International. Transparency International, kurz TI, ist eine nichtstaatliche Organisation, die sich international gegen Korruption engagiert. Am 6. November hat TI den jährlich erscheinenden Corruption Perceptions Index 2006 veröffentlicht. Dieser „Korruptionswahrnehmungsindex“ basiert auf Expertenumfragen zur Wahrnehmung von Korruption im öffentlichen Sektor. Die Studie fasst die Ergebnisse von Untersuchungen aus folgenden 12 verschiedenen Quellen zusammen:

Heraus kommt für jedes Land ein Wert zwischen 0 („sehr korrupt“) und 10 („kaum korrupt“). Deutschland liegt mit immerhin 8.0 Punkten auf Platz 16 der Tabelle. Die Länder Lateinamerikas schneiden meist deutlich schlechter ab – der Zusammenhang zwischen Armut und Korruption wird durch die Studie deutlich nachgewiesen. Hier die Rangfolge der lateinamerikanischen Staaten:

  • Chile: Index 7,3, Rang 20
  • Barbados: Index 6,7, Rang 24
  • Uruguay: Index 6,4, Rang 28
  • Dominica: Index 4,5, Rang 53
  • Costa Rica: Index 4,1, Rang 55
  • El Salvador: Index 4,0, Rang 57
  • Kolumbien: Index 3,9, Rang 59
  • Jamaika: Index 3,7, Rang 61
  • Belize: Index 3,5, Rang 66
  • Grenada: Index 3,5, Rang 66
  • Kuba: Index 3,5, Rang 66
  • Brasilien: Index 3,3, Rang 70
  • Mexiko: Index 3,3, Rang 70
  • Peru: Index 3,3, Rang 70
  • Trinidad und Tobago: Index 3,2, Rang 79
  • Panama: Index 3,1, Rang 84
  • Argentinien: Index 2,9, Rang 93
  • Dominikanische Republik: Index 2,8, Rang 99
  • Bolivien: Index 2,7, Rang 105
  • Guatemala: Index 2,6, Rang 111
  • Nicaragua: Index 2,6, Rang 111
  • Paraguay: Index 2,6, Rang 111
  • Guyana: Index 2,5, Rang 121
  • Honduras: Index 2,5, Rang 121
  • Ecuador: Index 2,3, Rang 138
  • Venezuela: Index 2,3, Rang 138
  • Haiti: Index 1,8, Rang 163

(Weitere Länder Lateinamerikas sind von der nicht erfasst – nur Länder, die in mindestens 3 der 12 Quellen vorkommen, wurden aufgenommen.)

Zum Vergleich: Chile liegt auf Augenhöhe mit den USA (7,3, Platz 20), Barbados und Uruguay liegen knapp vor bzw. hinter Spanien (6,8, Platz 23) und Portugal (6,6, Platz 26). Und danach wird es auch schon finster, bis es am absoluten Tiefpunkt mit Haiti endet (Platz 163 von 163).

Zu der miesen Position von Haiti wurde die Leute von TI anscheinen sehr oft gefragt. So oft, dass sie in ihren „FAQ“ (frequently asked questions) die Bevölkerung von Haiti in Schutz nehmen:

„Korruption ist unbestritten eine der größten Herausforderungen für die Good Goverance-Strukturen, die Entwicklung des Landes und die Armutsreduzierung in Haiti. Doch die Mehrheit der Menschen ist in erster Linie Opfer von Korruption. Korruption, begangen von einer Minderheit einflussreicher Persönlichkeiten und begünstigt durch die Fehler von politischen Führern und Institutionen bei der Kontrolle und Bekämpfung von Korruption, bedeutet nicht, dass ein Land oder seine Bevölkerung am korruptesten sind.“

Es wird interessant sein, die Veränderungen auf der Rangliste über die Jahre zu verfolgen.

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Lateinamerika im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen

Flagge der Vereinten Nationen
Flagge der Vereinten Nationen
Bild: Wikipedia.de

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, auch Weltsicherheitsrat genannt, ist das mächtigste Gremium der UN. Darin vertreten fünfzehn Länder die Sicherheitsinteressen der ganzen Welt. Neben den fünf ständigen Mitgliedern China, Frankreich, Großbritannien, Russland und den Vereinigte Staaten sind noch zehn weitere Länder vertreten. Von denen jeweils fünf pro Jahr durch die UN-Generalversammlung auf zwei Jahre neu gewählt werden. Die Kontinente der Welt sollen dabei einigermaßen ausgewogen vertreten sein, daher sind regelmäßig zwei Länder aus Lateinamerika dabei. 2006 und 2007 ist Peru eines dieser beiden Länder. Das andere ist Argentinien, dessen Mitgliedschaft aber Ende 2006 endet. Der Neuwahlprozess für den 2007/2008-Latino-Sitz ist gerade im Gange. Da Hugo Chávez‘ Venezuela einer der beiden Kandidaten ist, ist für spannende Unterhaltung gesorgt. Der andere Kandidat ist Guatemala, das von den USA ins Rennen geschickt wurde. Beide erreichen aber nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit. Trotz 41 Wahlgängen konnte bis heute keine Entscheidung erzielt werden – klingt ja nach ein paar frustrierenden Nächten im Versammlungssaal.

„Hugo Chavez gibt so leicht nicht auf, vor allem dann nicht, wenn es darum geht, die USA zu ärgern“ (sueddeutsche.de): Jetzt schlägt Chávez als Alternativkandidat seinen „Freund“ Bolivien vor, aber USA und Guatemala stellen auf stur und wollen die Kandidatur Guatemalas nicht zurückziehen sondern erstmal „weiterkämpfen“.

Dazu:

Update 5.11.06: Nach 47 Abstimmungsrunden haben sich die Abgeordneten im Weltsicherheitsrat auf Panama als Kompromisskandidat geeinigt.

UN, Vereinten Nationen, Sicherheitsrat, Wahl, Lateinamerika, Venezuela, Guatemala, Bolivien, Hugo Chávez, USA

Deutscher Papst spricht den ersten Latino heilig

Rafael Guízar Valencia war ein Bischof aus Cotija de la Paz im mexikanischen Bundesstaat Michoacán und lebte von 1878 bis 1938. Er führte ein tugendhaftes Leben – laut Vizepostulator P. Rafael González war sein Wesen von Glaube, Hoffnung und Liebe bestimmt. Allerdings hat er auch ein paar interessante Schlenker gemacht, inclusive einer Flucht nach Kuba und folgenden Wundern:

  • eine unfruchtbare Frau empfängt ein Kind durch seine Fürsprache
  • er heilt ein Kind mit Gaumenspaltung noch im Mutterleib
  • er heilt einen Besessenen durch die Gabe eine Hostie
  • er vollführt Schwebezustände während der Eucharistiefeier
  • 1951 war sein Leichnam noch unverwest.

Nicht schlecht für ein Leben und genug „fama signorum“, um vor einigen Tagen, am 15.10.2006, von Papst Benedikt XVI heilig gesprochen zu werden.

Es gibt viele hundert Heilige, aber war keiner aus Lateinamerika dabei – Rafael Guízar Valencia ist somit:

der erste heilige Latino.

Zum Thema:

Heiliger Latino, Mexiko

Pizarro spielt nicht mehr für Peru

Claudio Pizarro, Fußballer aus Peru, mußte bisher zwei Trainern „dienen“, da er sowohl für den FC Bayern spielt, als auch Kapitän der Nationalmannschaft Perus war. Das hat kürzlich zu Konflikten geführt, als Pizarro ein Länderspiel gegen Chile geschwänzt hat, um sich lieber in Deutschland auf ein Bundesligaspiel geben den Hertha BSC Berlin vorzubereiten. Das hat bei seinem Nationaltrainer Franco Navarro Mißfallen erregt. Der Stunk ist dann anscheinend eskaliert, denn am 18. Oktober 2006 – ausgerechnet am gerade neu deklarierten Tag der Peruaner im Auslanderklärte Pizarro, sein Vertrauensverhältnis zu Navarro sei gestört und er wolle nicht mehr für ein Länderspiel nominiert werden, solange dieser Trainer im Amt ist.

Der peruanische Fußballverband hat daraufhin den Stürmer einen Tag später vorläufig suspendiert – wegen „Undiszipliniertheiten“.

Was sagen die Peruaner dazu?

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Fußball, Peru, Claudio Pizarro, Franco Navarro, FC Bayern

La Oroya in Peru zum fünftschmutzigsten Ort der Welt erklärt

Der Ort La Oroya in Peru, ein Bergbauzentrum, in Peru hat die zweifelhafte Ehre der fünftschmutzigste Ort der Welt im Jahre 2006 zu sein. Jedenfalls nach einer Veröffentlichung des Blacksmith Institute. Das Institut hat einschlägige Erfahrung, denn es ist auf die Beseitigung von Altlasten in Entwicklungsländern spezialisiert.

„In den aufgelisteten Orten seien Boden, Luft und Wasser derart verseucht, dass die Bewohner einem hohen Risiko ausgesetzt seien, Krebs oder schwere Lungeninfektionen zu bekommen oder geistig behinderte Kinder zu gebären.“ (Spiegel Online)

Betrieben wird die La Oroya Mine von Doe Run Peru, das als Tochterunternehmen zur Doe Run Company, St. Louis, Missouri, USA, gehört. Die Doe Run Company ist Tochter der Renco Group (Holding der Bergbau-, Stahl- und Kohlebranche). Die Renco Group gehört zu den größten privaten Holdings in den USA. Wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts von Ira Rennert (laut Spiegel.de ein “skupelloser Junk-Bond-Millionär�) gegründet und aufgebaut. (Diese Infos findet ihr auch auf unserer Bergbau-in-Peru-Seite, auf der wir tabellarisch entsprechende Daten sammeln.)

Doe Run stellt sein Engagement in La Oroya auf seiner Website aus seiner Sicht dar: als sozialen Wohltäter und Förderer des Umweltschutzes. Jeder mag das beim Lesen selber beurteilen. Einen anderen Blickwinkel vertritt der FIAN-Deutschland e.V. (FoodFirst Informations- & Aktions-Netzwerk), der über die aktuelle Lage aufklärt und entsprechende Hintergrundinfos bereitstellt. Fairerweise muss man sagen, dass Doe Run La Oroya erst 1997 vom peruanischen Staat übernommen hat:

„Die Anlage in La Oroya wurde 1922 in Betrieb genommen. 1997 erwarb Doe Run Peru die Produktionsanlagen vom peruanischen Staat. Dieser hatte als Betreiber zu extremer Umweltverschmutzung beigetragen. Mit dem Erwerb verpflichtete sich Doe Run Peru zu notwendigen Investitionen im Umweltbereich. Jedoch wurden die laut Umweltinvestitionsplan gesetzten Fristen regelmäßig auf Antrag des Unternehmens verschoben – im Mai 2006 hat das Unternehmen eine weitere Fristverlängerung bis 2009 erhalten.“ (FIAN)

Die ganze Blacksmith-Institute-Liste der von Menschen geschaffenen Desaster ist:

  1. Tschernobyl, Ukraine
  2. Dserschinsk, Russland
  3. Bajos de Haina, Dominikanische Republik
  4. Kabwe, Sambia
  5. La Oroya, Peru
  6. Linfen, China
  7. Mailuu- Suu, Kirgisien
  8. Norilsk, Russland
  9. Ranipet, Indien
  10. Dalnegorsk und Rudnaja Pristan, Russland

Umweltverschmutzung, Peru, La Oroya, Bergbau

Brasiliens Präsident Lula muss unerwartet in die Stichwahl

In Brasilien wird der Präsident neu gewählt. Am Sonntag, 1.10.2006, war die erste Runde. Der aktuelle Amtsinhaber Luis Inacio Lula da Silva war der scheinbar sichere Favorit für eine absolute Mehrheit. Aber nun ist es mal wieder knapper geworden, als gedacht. Lula (48,6 %) muss in der Stichwahl am 29. Oktober gegen den Sozialdemokraten Geraldo Alckmin (41,63 %) antreten. Im Spiegel Online berichtet Jens Glüsing über die Hintergründe, die anscheinend mit den Korruptionsaffären seiner Regierung zu tun haben.

Mehr dazu:

Chile und Peru vertragen sich wieder

Leiten Chile und Peru nun das Ende ihres jahrelangen Kulturkampfes um Fische, Ceviche, Pisco Sour und Kartoffeln ein? Ende August haben beide Länder, vertreten durch die Außenminister José Antonio García Belaúnde (Peru) und Alejandro Tomás Foxley Rioseco (Chile), einen Handelsvertrag abgeschlossen. Ein historischer Moment, zumal dies der erste Vertrag zwischen beiden seit dem Salpeterkrieg 1879-1883 sein soll (Quelle: tagblatt.ch) – ob das stimmt? Soweit ich gelesen habe, hatten Chile und Peru schon einen anderen Handelsvertrag sein 1988 („The existing trade pact, signed in 1998, allowed Peruvian exports to Chile to increase to $1.13 billion last year from some $132 million in 1997“livinginperu.com).

Aus dem Andenpakt „Comunidad Andina de Naciones, CAN“ (zur Zeit Peru, Ecuador, Bolivien und Kolumbien) war Chile 1976 unter Diktator Pinochet ausgetreten. Anfang August haben die vier CAN-Länder Chile offiziell zum Wiedereintritt eingeladen. Die chilenische Präsidentin Michelle Bachelet will, dass ihr Land wieder in die Andengemeinschaft eintritt (Quelle: argentinienaktuell.com).

Peru, Chile, Handlesvertrag, Außenminister

Stärkstes Wirtschaftswachstum seit 9 Jahren in Peru

In Peru brummt die Wirtschaft. Im Juni ist das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber Vorjahr um 6,82 % gestiegen. Das ist der höchste Wert seit 1997. Dazu haben besonders die Rohstoff- und Gasexporte beigetragen. Z.B. wurde 7 % mehr Gold gefördert. Die Landwirtschaft wuchs hingegen nur mit 0,4 %. Das berichtet emfis.de.

Das dürfte noch auf Ex-Präsident Toledos Konto gehen. Ob Garcia diesen Kurs beibehalten kann, bleibt abzuwarten.

Peru, Wirtschaft, Wachstum, Alejandro Toledo, Alan Garcia