La Oroya in Peru zum fünftschmutzigsten Ort der Welt erklärt

Der Ort La Oroya in Peru, ein Bergbauzentrum, in Peru hat die zweifelhafte Ehre der fünftschmutzigste Ort der Welt im Jahre 2006 zu sein. Jedenfalls nach einer Veröffentlichung des Blacksmith Institute. Das Institut hat einschlägige Erfahrung, denn es ist auf die Beseitigung von Altlasten in Entwicklungsländern spezialisiert.

„In den aufgelisteten Orten seien Boden, Luft und Wasser derart verseucht, dass die Bewohner einem hohen Risiko ausgesetzt seien, Krebs oder schwere Lungeninfektionen zu bekommen oder geistig behinderte Kinder zu gebären.“ (Spiegel Online)

Betrieben wird die La Oroya Mine von Doe Run Peru, das als Tochterunternehmen zur Doe Run Company, St. Louis, Missouri, USA, gehört. Die Doe Run Company ist Tochter der Renco Group (Holding der Bergbau-, Stahl- und Kohlebranche). Die Renco Group gehört zu den größten privaten Holdings in den USA. Wurde in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts von Ira Rennert (laut Spiegel.de ein “skupelloser Junk-Bond-Millionär?) gegründet und aufgebaut. (Diese Infos findet ihr auch auf unserer Bergbau-in-Peru-Seite, auf der wir tabellarisch entsprechende Daten sammeln.)

Doe Run stellt sein Engagement in La Oroya auf seiner Website aus seiner Sicht dar: als sozialen Wohltäter und Förderer des Umweltschutzes. Jeder mag das beim Lesen selber beurteilen. Einen anderen Blickwinkel vertritt der FIAN-Deutschland e.V. (FoodFirst Informations- & Aktions-Netzwerk), der über die aktuelle Lage aufklärt und entsprechende Hintergrundinfos bereitstellt. Fairerweise muss man sagen, dass Doe Run La Oroya erst 1997 vom peruanischen Staat übernommen hat:

„Die Anlage in La Oroya wurde 1922 in Betrieb genommen. 1997 erwarb Doe Run Peru die Produktionsanlagen vom peruanischen Staat. Dieser hatte als Betreiber zu extremer Umweltverschmutzung beigetragen. Mit dem Erwerb verpflichtete sich Doe Run Peru zu notwendigen Investitionen im Umweltbereich. Jedoch wurden die laut Umweltinvestitionsplan gesetzten Fristen regelmäßig auf Antrag des Unternehmens verschoben – im Mai 2006 hat das Unternehmen eine weitere Fristverlängerung bis 2009 erhalten.“ (FIAN)

Die ganze Blacksmith-Institute-Liste der von Menschen geschaffenen Desaster ist:

  1. Tschernobyl, Ukraine
  2. Dserschinsk, Russland
  3. Bajos de Haina, Dominikanische Republik
  4. Kabwe, Sambia
  5. La Oroya, Peru
  6. Linfen, China
  7. Mailuu- Suu, Kirgisien
  8. Norilsk, Russland
  9. Ranipet, Indien
  10. Dalnegorsk und Rudnaja Pristan, Russland

Umweltverschmutzung, Peru, La Oroya, Bergbau

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.