Salsaevent: Cesar Chino Perez und DJs in Essen am 3.3.2006

Eine Salsakonzert und eine große Party erwarten uns am 3. März 2006 im Prenses Palace in Essen. Ab 21:00 geht es los mit dem Konzert eines 15-köpfigen Orchesters unter der Leitung von Cesar Chino Perez aus Venezuela. Der Posaunist ist dem einen oder anderen vielleicht aus der Showband von „TV Total“ geläufig, wo er sein 2001 mitspielt. Eine ganze Reihe DJs kommen auch zum Zuge: DJ Radi, Alianza Latina (das sind wohl mehrere) und DJ Tico – es dürfte also nicht langweilig werden.

Im Vorverkauf kostet ein Ticket 10 Euro, Abendkasse 15 Euro. Der Erlös kommt dem Jugendprojekt „Pan y Paraíso“ („Brot und Paradies“) im kolumbianischen Medellin zu gute. Als Veranstalter dieser Aktion unter dem Namen „Salsa hilft“ treten die Macher von Echolatino auf, die sich mit ihrem Magazin ja schon einen Namen gemacht haben.

Die Location, der „Prenses Palace“ am Westendhof 4 in 45143 Essen (hier eine Wegbeschreibung) soll die erwarteten 1000 Besucher aufnehmen. Es gibt wohl 600 Sitzplätze da, aber wer braucht die schon, wenn die Musik gut ist :-)

Salsa, Konzert, Party, Cesar Chino Perez, Venezuela, Posaune, Jugendprojekt, Medellin, Kolumbien

Perus Pisco Sour Tag und das Ende des Luftkampfes gegen Chile

So wie es in Düsseldorf die Altbiertage gibt, so begeht man in Peru den día del pisco sour, den „Pisco Sour“-Tag. Zuletzt am vergangenen Samstag, wie der El Comercio berichtet. Pisco ist eine Art Brandwein, ein Destillat aus Traubenmost. Dabei werden Trauben der Sorte Quebranta oder seltener auch Negra Corriente und Mollar eingesetzt. Pisco Sour ist ein Cocktail aus 5 cl Pisco, 3 cl Zitronensaft, 1.5 cl Zuckersirup und 1/4 Eiweiß. Das ganze wird mit ein paar Eiswürfeln kurz und kräftig geschüttelt und in ein Sour-Glas abgeseiht.

Pisco ist ein nationales Kulturgut von Peru und in dieser Eigenschaft auch einer der Gegenstände des köchelnden Kulturkampfes zwischen Chile und Peru: Chile produziert ebenfalls ein Getränk namens Pisco (und zwar in rauhen Mengen, 46 mal mehr als Peru), aber Peru macht natürlich den einzig wahren Pisco. In Peru gibt es immerhin ein Tal, ein Fluss, eine Provinz und eine Stadt, die Pisco heißen – in Chile nur ein Dorf. Im Streit um den Markennamen Pisco will Peru sogar die WTO anrufen und im Rahmen des Handelsabkommens GATT die Marke Pisco zugesprochen bekommen. Motivation sind also anscheinend nicht nur der Nationalstolz, sondern auch die Außenhandelsinteressen. Auch wissenschaftlich wird der Zank begleitet, und zwar als „Fall Pisco“ durch die Trade Environment Database der American University. Die Wissenschaftler stehen deutlich auf Perus Seite und lassen z.B. folgende Stimmen zu Wort kommen:

According to Godofredo Gonzalez del Valle, whose family has been making pisco for four generations, it is all in the stomp. „To make real pisco, you have to take your shoes off, crush the grapes and let it ferment in clay bottles. In Chile they make something called pisco, but it doesn’t taste as it should.“ Chilean pisco is sweeter and slightly weaker that Peruvian pisco. „Only Peru has the soil, the climate, and the tradition in making pisco that give(s) our drink a special taste, and which allow(s) us to call it pisco“, according to Jaime Alvarez Calderon who is in charge of Peru’s multilateral economic negotiations office.“

Der Kulturkampf der beiden Länder ist aber noch viel unterhaltsamer. Andere Streitgegenstände z.B. sind die Grenzfische und das Ceviche – wir haben bereits darüber berichtet. Die jüngste Geschichte wurde erst kürzlich gütlich beigelegt: Chiles Fluggesellschaft LAN zahle ein „Schmerzensgeld“ von 1.000.000 Dollar an Peru, um folgende Dreistigkeit wiedergutzumachen, wie die Frankfurter Rundschau online berichtet: Auf Flügen nach Lima zeigte die LAN statt appetitlicher Touristenattraktionen Limas ein weniger freundliches Bild der Stadt in Form eines Filmes im Bordkino:

Abwasserkanäle, die mit Müllbergen zugeschüttet sind, Trauben von Kindern, die sich an überfüllte Busse klammern, Straßen, die mit Schmutz übersäht sind, Garküchen, die unter unhygienischen Bedingungen arbeiten, und schließlich ein Mann, der in aller Öffentlichkeit uriniert.

Nachdem in Peru deswegen die Wellen hochschlugen, Tausende demonstrierten, der peruanische Kongress deswegen tagte und die UNESCO eingeschaltetet wurde, gab Chile klein bei. Peru konnte neben der Millionen gar noch mehr Reparationen ausgehandeln. Wie die FR berichtet, muss LAN in Zukunft

  • neue Peru-Videos von der staatliche Tourismusbehörde Perus absegnen lassen,
  • monatlich 300 Kilo Propaganda-Material der peruanischen Tourismusförderung gratis transportieren und
  • die Ausbildungskosten von zehn Peruanern übernehmen, die Piloten werden wollen.

Das peruanische Außenministerium erklärte den Fall damit für beigelegt.

Die Chilenische Botschaft in Washington schreibt mit leichten Seitenhieben auf Peru über den Fall: „Peruvians love to tell visitors what’s wrong with their country. Of course, if others find fault, it’s a different story – particularly if they come from Chile, Peru’s rival to the south.“

Peru, Chile, LAN, Pisco, Cocktail, Brandwein, Kulturkampf

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Amtsantritt von Evo Morales in Bolivien

Evo Morales ist letzten Sonntag als Präsident von Bolivien angetreten. Einen Tag vorher wurde er im Tempel von Tiahuanacu zum Herrschers der indigenen Völker geweiht (der erste von 66 bolivianischen Staatschefs, dem diese Ehre zuteil wird). Von wem eigentlich? Laut NZZ wurde er bei diesem Auftritt von Priestern in Weiss begleitet. Die rund 20.000 Zuschauer waren Angehörige des Aymara-Volkes (zu dem auch Morales selber gehört) und Delegationen anderer Völker. Der Standard.at berichtet: „In den Ruinen des Kalasasaya-Tempels unterzog Morales sich einer rituellen Waschung und nahm einen Stab mit sieben Metallen und Edelsteinen entgegen, der die Macht der indigenen Völker symbolisiert.“ Das klingt ja irgendwie heidnisch – und die Zeremonie soll auch viele hundert Jahre alt sein.

Der Ort der Zeremonie, Tiahuanacu, liegt im Süden des Titicacasees. Das ist mit 3800 Metern Höhe der höchste schiffbare See der Welt und ist 13 mal größer als der Bodensee. In der Sprache der Aymara bedeutet Titi Puma und Caca Fels. Die beiden Anliegerstaaten, Peru und Bolivien, sollen sich immer noch darum streiten, wessen Hälfte nun die „Titi“-Seite ist und wer mit der „Caca“-Hälfte vorlieb nehmen muss ;-)

Evo Morales, Bolivien, Titicacasee, Aymara

Vladivideos – Fujimoris und Montesinos‘ Korruption in Peru auf Band

Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori und seine rechte Hand, der Geheimdienst-Chef Vladimiro Montesinos Torres, bestachen während ihrer Amtszeit systematisch Politiker, Richter, Medienleute und Unternehmer mit Unsummen von Dollar. Typisch für unser Zeitalter ist wohl, dass die Fernsehleute dabei 100 mal mehr „wert“ waren, als Politiker und Richter. Montesinos war gründlich und führte ordentlich Buch über die Korruptionen. Das „Geschäft“ wurde mit Verträgen besiegelt und die Geldübergabe hat er öfter mal mit versteckter Kamera aufgezeichnet. Zweck der Videos war anscheinend, die korrupten Subjekte fester in der Hand zu haben, aber am Ende hat Montesinos sich damit selbst die Grube gegraben: die „Vladivideos“ wurden ab 2000 zur peruspezifischen Form des Reality-TV. Zuerst gesendet wurde ein Video, in dem Montesinos dem Oppositionspolitiker Alberto Kouri 15,000$ (pro Monat) zahlt, damit dieser die Seiten wechselt und Fujimori unterstützt. Weitere Videos wurden gesendet und 2000 Stück sollen noch in den Kellern des peruanischen Kongresses liegen. Damit wurde der Untergang von Fujimoris Regim eingeläutet. Fujimori floh nach Japan, Montesinos nach Venezuela. Heute sitzen beide hinter Gittern: Montesinos wurde in Peru verurteilt und Fujimori sitzt Chile in Auslieferungshaft.

Eine ausführliche Analyse der Vorfälle ist vor 3 Tagen im Online-Zweig des San Francisco Chronicle erschienen: How to steal a democracy – In Peru, bribes were bigger for media barons than for judges.

Beliebig viel weitere Informationen zum Thema findet mal bei Google unter den Stichworten Korruption, Fujimori und Montesinos.

Fujimori, Montesinos, Peru, Korruption, Video

Kölner Chaskis im Fernsehen

Kokakauender Inka-Bote (Chasqui)

Die Inkas hatten ein Faible für Treppen und verzichteten demgemäß auf den Gebrauch des Rades im Transportwesen. Stattdessen mussten Boten, die Chaski (oder auch Chasqui, was in Quechua, der Inka-Sprache, Bote heißt), regelmäßig tausende Kilometer durch das Inkareich rennen, um z.B. den Herrschern frischen Küstenfisch nach Cuzco (3400m hoch) zu bringen. Ein bisschen Kokakauen soll dabei auch geholfen (siehe Bild).

Auf ARTE läuft am Mittwoch, 25.1.2006, um 19:00 Uhr eine 45-minütige Dokumentation von Wolfgang Luck über diese Staffelläufe durch die Anden. Titel: Die Inka-Staffel – Auf dem Königsweg durch die Anden. Ein Team aus sieben Leuten der Sporthochschule Köln stürzt sich in das dreiwöchige Abenteuer, die alten Inkapfade abzulaufen.

In Chile geht es durch die trockenste Wüste der Welt, in Bolivien vorbei am Titicacasee und über die peruanischen Anden-Pässe Richtung Ecuador. Jeder Läufer bewältigt mindestens zwei Mal zehn Kilometer pro Tag, in einer Höhe bis zu 4.500 Meter über dem Meeresspiegel. In der sauerstoffarmen Luft der Anden wird jede Bewegung zur Strapaze. Ist es wirklich möglich unter solchen Bedingungen lange Strecken im Laufen zurückzulegen? Die Tour ist nicht nur ein großes Abenteuer, sondern dient auch wissenschaftlichen Zwecken. (Arte)

Joggen in 4500m Höhe kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Ich war einmal in Cuzco auf 3400m – und da musste ich mit dickem Schädel auf schnelle Bewegungen verzichten. Jede Anstrengung beantwortete der Körper mit Herzrasen. In nur drei Tagen konnte ich mich jedenfalls nicht daran gewöhnen.

Der Film ist vom Kölner „a&o buero“ realisiert worden:

Ein Film von Wolfgang Luck
Kamera: Christian Eichenauer
Schnitt: Karl-Heinz Satzger
Ton: Alexander Joksimovic
Mitarbeit: Marcel Kolvenbach
Musik: Hans Engel
Produktion: Robert Tasso Puetz
Redaktion: Andrea Ernst, Arte 

Das „Buero“ hat auch noch andere Dokumentationen im Programm.

Bin mal gespannt – ich erwarte eindrucksvolle Landschaftsaufnahmen und einen spannenden Bericht.

Inka, Chasqui, Jogging, Sport, Fernsehen, Arte, Köln, Peru, Chile, Equador, Bolivien

Vom Havana Lounge Konzert in Düsseldorf

Am Dienstag, 17.1.2006, durften wir das Konzert von „The Havana Lounge“ in der Düsseldorfer Tonhalle erleben. Es war schon ein toller Abend. Die zehn Musiker spielten ohne Pause zwei Stunden durch, allerdings in wechselnden Besetzungen. Fast jeder durfte auch mal Solo ran, um sein überragendes Können so richtig zur Geltung zu bringen, auch gerne mal in anderen Stilrichtungen. Besonders gefallen hat mir der alte Herr am Piano, Guillermo Rubalcaba Gonzales, Pianist der Afro Cuban All Stars, der mit seinem souveränen Solo das Publikum sprichwörtlich in der Hand hatte.

Der Star des Abends war Pio Leyva (hier Bilder), der laut Wikipedia etwa 89 Jahre alt sein müsste. Er wirkte auch alt, wäre aber auch noch als 80 durchgegangen. Klein, schmal und ein wenig tatterig wurde er am Arm auf die Bühne geleitet. Dort schlurfte er mit einer erschreckend großen Zigarre (anscheinend sein Markenzeichen) im Mund ein wenig herum, sang ganz wacker mehrere Titel mit und wurde dann unter frenetischem Applaus erstmal vorläufig wieder verabschiedet. Sicher musste er ein bisschen ausruhen. Am Ende der Show kam er dann nochmal dazu und sang bis zu letzten Titel mit. Eine bewundernswerte Leistung – ich wünsche mir, in diesem Alter auch noch solche stressigen Aktionen mitmachen zu können, wie diese Deutschlandtournee. Ein echtes Vorbild der Mann, bewundernswert – und so verstehe ich auch die Begeisterung des Publikums. Seinen Gesang fand ich weniger beeindruckend, aber das schiebe ich mal in erster Linie auf den schlechten Klang in der Tonhalle.

Tontechnisch gab es auch noch andere Probleme: das Klavier gab bei bestimmten tiefen Tönen zusätzlich ein lautes Krächzen von sich. Zum Glück lies sich Guillermo Rubalcaba Gonzales davon nicht aus der Ruhe bringen. Außerdem war es nur beim Solo wahrnehmbar – beim Spiel mit voller Besetzung konnte man das Klavier sowieso kaum hören. Es gibt auch noch einen weiteren Grund, warum die Tonhalle meiner Meinung nach kein guter Ort für das Konzert war: die bequemen Sessel verführen zum Dranklebenbleiben und in den engen Sitzreihen ist zum Tanzen auch kein Platz. So kann ja gar keine richtige Stimmung aufkommen.

The Havana Lounge, Tonhalle Düsseldorf

Hier ein Foto von meiner Spitzen-Handykamera vom Einmarsch der Artisten vor dem Konzert. Wer es nicht gleich erkennt: Der rote Pfeil zeigt auf Pio Leyva, der blaue auf Guillermo Rubalcaba Gonzales und der grüne auf Julio Alberto Fernandez.

Für uns war der krönende Abschluß des Abends die Bar Ellington (Scheuren Straße 5, nicht weit vom Hauptbahnhof Düsseldorf). Dort spielen sonntags ab 16 Uhr und montags und dienstags ab 20 Uhr Havana Open, drei Frauen aus Kuba (nehme ich an), kubanische Musik (hier der Flyer). Also auch diesen Dienstag. Außerdem hatte ich gehört, dass am Abend vorher dort ein paar Musiker der „Havana Lounge“ gesichtet worden waren. Und tatsächlich, dort lief die Aftershowparty. Ich glaube, alle Musiker der Band unter dem Rentenalter waren da. Beim Auftritt von Havana Open haben sie dann in bester Laune kräftig mitgejammt, sogar der sympathische Daniel de Jesus Ramos Alayo hat seine Trompete nochmal ausgepackt. Also das war klasse. Die Bar Ellington hat bei mir einen netten Eindruck hinterlassen, stilvoll eingerichtet mit ihren schwarzen Ledersesseln. Ich denke, es lohnt sich „Havana Open“ auch noch mal „solo“ anzuhören – und dazu gibt’s dann einen Cocktail mit kubanischem Caney Rum.

Hier die nochmal ganze Liste der Musiker (die Namen habe ich vom Veranstalter):

  1. Pio Leyva, bekannt vom „Buena Vista Social Club“ hat gesungen
  2. Julio Alberto Fernandez, auch aus „Buena Vista Social Club“ bekannt, hat ebenfalls gesungen, im schicken weißen Anzug
  3. Maria Victoria Rodriguez, die einzige Frau der Combo, aber weit unter dem Durchschnittsalter, hat auch sehr schön gesungen und sich rhythmisch bewegt
  4. Guillermo „Rubalcaba“ Gonzales, nebenbei auch Mitglied der „Afro Cuban All Stars“, spielte wunderbar am Piano
  5. Daniel de Jesus Ramos Alayo, auch von den „Afro Cuban All Stars“, spielte hervorragend Trompete
  6. Tomás Ramos trommelte, ich vermute er war der Mann an den Congas
  7. Luis Mariano Valiente („Afro Cuban All Stars“) trommelte auch auf diversen Instrumenten
  8. Rachid Lopez Gomez spielte Gitarre
  9. Maikel Elizarde Ruano spielte Tres (eine Art Gitarre mit 3 Doppelsaiten, ein typisch kubanisches Instrument (hier mehr dazu)
  10. Cesar Bacaro spielte Bass

Andere Berichte

Bericht vom „Havana Lounge“-Konzert in Braunschweig

Bericht vom Konzert aus Leipzig

Düsseldorf, Salsa

Monatsberichte über Peru von der Hanns-Seidel-Stiftung

Ganz interessant sind die Monatsberichte zur Lage in Peru, die von der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung veröffentlicht werden. Die Berichte sind so ca. 3 Seiten lang und enthalten eine gute Zusammenfassung der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage in Peru vom jeweiligen Monat. Es sind eher Faktensammlungen ohne Bewertung – ich konnte keine rechts-konservative Färbung beobachten. Leider gibt der Bericht keine Quellen an, man kann die Zahlen also nicht direkt überprüfen.

Autor der Monatsberichte ist ein Dr. Georg Regozini, der offenbar in Lima für die Stiftung arbeitet. Dort hat die Fundación Hanns Seidel ein Büro am Maria Parado de Bellidio im Stadtteil Miraflores. Der peruanische Zweig der Stiftung hat auch eine eigene Webseite auf spanisch.

Auf der Peru-Seite sind Verweise auf Seiten für die Länder Argentinien, Bolivien, Chile, Ecuador, El Salvador, Guatemala, Honduras, Kolumbien, Kuba und Venezuela, auf denen teilweise ebenfalls Monatsberichte downloadbar sind (nur die habe ich verlinkt).

Quelle selber lesen:

Lateinamerika, Politik, Wirtschaft, Soziales

Frauen an die Macht in Chile (und Peru?)

Nachdem Frau Angela Merkel es schon letztes Jahr geschafft hat, Deuschland zu „übernehmen“, erobern die Frauen jetzt auch Lateinamerika. Dieses Jahr geht es los mit Michelle Bachelet, die soeben Präsidentin Chiles geworden ist. In einer Stichwahl erhielt die sozialistische Kinderärztin 53,5 Prozent aller Stimmen der 8.2 Millionen wahlberechtigten Chilenen.

Wikipedia schreibt zu Frau Michelle Bachelet:

Sie ist die Tochter des Luftwaffengenerals Alberto Bachelet, der beim Putsch 1973 Präsident Salvador Allende loyal geblieben war und im folgenden Jahr vom Pinochet-Regime zu Tode gefoltert wurde. Nachdem auch Michelle und ihre Mutter entführt und gefoltert wurden, flohen beide über Australien in die DDR. […] In Leipzig begann sie ihr Germanistik- und Medizinstudium. Letzteres führte sie an der Humboldt-Universität zu Berlin fort.

Nach Pinochet machte sie politisch Karriere und wurde 2000 unter Präsident Lagos Gesundheitsministerin ernannt, 2002 dann als erste Frau Verteidigungsministerin. Ab 11. März will sie nun 4 Jahre lang als Präsidentin versuchen, den Armen mehr Einkommen zu verschaffen. Viel Erfolg dabei!

Auch in Peru hat die Frau Lourdes Flores noch gute Chancen im April zur Präsidentin des Landes gewählt zu werden. Nach neusten Umfagen des El Comercio, der führenden Zeitung aus Lima, läge sie zwar in der ersten Wahlrunde 3% hinter den 28% von Ollanta Humala, würde aber in der Stichwahl deutlich vorne liegen.

Als frisch verheirateter Ehemann verkneife ich mir an dieser Stelle generelle Bewertungen zu Frauen in Führungspositionen.

Chile

Hintergrundinfo zur Wahl von Evo Morales im Deutschlandradio

Noch vor der Wahl brachte Deutschlandradio eine Sendung zur Wahl in Bolivien, die dann wie erwartet Evo Morales gewonnen hat. Ein Bericht, der den Hintergrund erklärt und Morales in einem positiven und hoffnungsvollen Licht darstellt.

Rund zwei Drittel der bolivianischen Bevölkerung sind Eingeborene: Aymara, Quechua, Gurani. Die meisten leben in bitterer Armut und fühlen sich von der Elite der Weißen und Mestizen unterdrückt und ausgebeutet. […] Obwohl Bolivien über reiche Ergas- und Ölvorräte verfügt, gilt das Land als Armenhaus Südamerikas. Dabei folgt der Staat – wie die meisten lateinamerikanischen Länder – seit den achtziger Jahren dem neoliberalen Wirtschaftsmodell Washingtons. Die Schlüsselindustrien und Infrastrukturbetriebe wurden privatisiert, die Märkte geöffnet. Die staatliche Ölindustrie ging in die Hände ausländischer Großkonzerne.

Deutschlandradio stellt seine Sendungen auch als MP3-Files zur Verfügung, so auch diese Sendung über Bolivien (mp3). Der oben zitierte Artikel ist die vollständige Abschrift der Sendung.

Das Radioprogramm des Deutschlandradio ist auch umfangreich als Podcasts organisiert, einzelne Programmsparten können dabei einzeln abonniert werden. Das ist sehr praktisch, wenn man einen MP3-Player oder einen iPod hat. Die ARD hat auch noch weitere Podcast-Angebote, meist von den dritten Programme. Ich hätte jetzt gerne einen Podcast, der mir alle ARD-Sendungen liefert, nur gefiltert nach bestimmten, von mir bestimmten Stichworten. Das ist technisch ja kein Problem und kommt sicher bald (freue mich schon darauf).

Material

Deutschlandfunk – Hintergrund Politik – Die Indios vor der Machtübernahme?

Podcasts aller ARD-Sender

Podcasts des WDR Radio

Podcasts des Deutschlandradio

Radio, Deutschlandradio, ARD, WDR, Politik, Wahl, Podcast