Barranco 3D Modell gewinnt Google Earth Wettbewerb

Der Peruaner Jorge De Albertis Bettocchi hat Barranco, ein beliebtes Stadtviertel von Lima, in 3D modelliert und damit den Google-Wettbewerb „Model Your Town“ (2010) gewonnen. Sein „BARRANCO 3D PROJECT“ hat er auf einer Webseite dokumentiert. Die Modelle sind sehr umfangreich und detailliert, sehen sehr gut aus. Toll, was ein Einzelner mit viel Fleiß und freier Software wie SketchUp erreichen kann. Glückwunsch!

Hier ein Demo-Flug über das Google Earth Modell:

Eskalation der Unruhen in der Amazonasregion Perus

Im Konflikt um die Ausbeutung von Rohstoffen – vor allem Erdöl und Erdgas – der Amazonasregion Perus gibt es seit längerem Proteste der Indigenen gegen den Kurs der Regierung, die die Ausbeutung gesetzlich fördert und so den Lebensraum der Ureinwohner gefährdet. Die Proteste sind nun eskaliert und bei Zusammenstöße sind etliche Demonstranten und Sicherheitskräften getötet worden.

Nachrichten vom 7.6.2009:

Neben den Indigenen, die aktiv protestieren, gibt es auch noch eine Reihe „unkontaktierter“ Stämme, die ebenso durch die Ausbeutung der Ressourcen des Amazonasgebietes in ihrem Lebensraum bedroht sind – und zwar bis hin zur Ausrottung. Informationen dazu gibt es bei der Organisation Survival International, z.B. in einem aktuellen Bericht über die fünf gefährdetsten unkontaktierten indigenen Völker (davon alleine 2 in Peru).

Und hier noch ein älterer Artikel (2008), der einigen Aufschluss über die Hintergründe des Konfliktes gibt: nzz.ch: Die Hunde des Gärtners hocken auf den Früchten Perus.

Update 11.6.2009: Als Antwort des Parlamentes von Peru auf die blutigen Unruhe wurde das umstrittene „Dekret zur Abholzung des Amazonas ausgesetzt“.

Update 17.6.09: netzzeitung.de: Präsident Garcia kündigte an, die umstrittenen Beschlüsse zurückzunehmen. / DiePresse.com: Regierungschef Yehude Simon [hat] seinen Rücktritt „in einigen Wochen“ angekündigt.

Update 10.7.2009: Der peruanische Ministerpräsident Yehude Simon hat seine Ankündigung wahr gemacht und ist am 9.7.2009 im Zusammenhang mit der Eskalation zurückgetreten.

Realsatire: Peru dezimiert seine Polizei

Peru hat bekanntermaßen ein Problem mit der Kriminalität und ist deshalb gut beraten, etwas für seine Polizei zu tun. Das Ansehen der Polizei versucht die Regierung auch seit einiger Zeit zu verbessern – und hat dazu offenbar beliebig viele beliebig skurrilen Ideen.

Im März wurden erstmal die männlichen Kollegen von der Verkehrspolizei wegversetzt. Weil sie zu korrupt seien. Die Polizistinnen seien strenger und gnadenloser und weniger empfänglich für Schmiergelder. Tolle Idee, denn es hilft bestimmt sehr, wenn man die Korrupten an eine andere Dienststelle versetzt, statt sie zu entlassen. Und sicher hat es auch einen großen Einfluss auf die Motivation der ehrlichen Männer.

Dies erkannte offenbar jetzt auch die Innenministerin Mercedes Cabanillas Bustamante, Spitzname „Thatcher“, und brachte weitere Super-Ideen als Gesetzesvorlage ein. Zunächst mal sollen homosexuelle Polizisten suspendiert werden, wie BBC schreibt. Das dürfte die Polizei schon mal um einige wenige Prozent dezimieren. Dann sollen Ehebrecher gehen. Ups, das dürften schon mehr Prozente sein. Da bleiben aber immer noch ganz viele brave Heterosexuelle übrig. Die Ministerin hat aber noch mehr in Petto: auch Organisatoren von Streiks und Demos müssen gehen, ach was soll’s, gleich auch noch alle Teilnehmer von Streiks und Demos.

Also fassen wir mal zusammen: bei der peruanischen Polizei darf man nicht männlich sein, nicht homosexuell sein, nicht seitenspringen, sich nicht für seine Rechte einsetzen. Hm, was bleibt da übrig? Brave, treue, naive Frauchen. Die werden dann in Schwadronen wie dem „Escuadrón Fénix“ organisiert, in heiße Uniformen gesteckt, auf Motorräder gesetzt und tauchen in dann in youtube-Videos auf, z.B. diesem TV-Serienvorspann oder dieser kurzen Doku. Nur was macht man, wenn diese Mädels sich nach dem Duschen halbnackt filmen und das Produkt ins Internet stellen, wie kürzlich geschehen? Wer bleibt noch übrig, wenn man die auch suspendiert?

Zugegeben, das ist alles etwas überspitzt dargestellt – eben so, wie es in den europäischen Medien ankommt. Mit dem angesprochenen Gesetz, Ley Nº 29356 (Ley del Régimen Disciplinario de la Policía Nacional del Perú) (von der Webseite des peruanischen Innenministeriums), wird jedenfalls ernsthaft gegen Korruption vorgegangn. Die beigefügte Tabelle der Strafmaße mit 87 schweren Vergehen (Code „MG“ = „Muy Graves“) enthält die erwähnten Homosexuellen und Ehebruchsabsätze: MG66 und MG64. Daneben allerdings auch eine große Menge ernster Sachen, die hoffentlich nicht 1:1 die aktuellen Verhältnisse in der peruanischen Polizei widerspiegeln.

Fujimori zu 25 Jahren Haft verurteilt

Kurz notiert: 25 Jahre Haft lautete am 7.4.2009 das 2. Urteil gegen Fujimori, den Ex-Präsidenten von Peru – in dem Verfahren geht es um 25 Morde durch Todesschwadrone, die Fujimori zu verantworten hat. Berufung möglich.

Via Spiegel online. Auch interessant dazu: Telepolis: Perus Expräsident Alberto Fujimori muss ins Gefängnis.

Update 11.4.2009: Noch etwas zum Nachlesen: ein Spiegel.de-Artikel über die Tochter des Verurteilten, Keiko Fujimori.

Update 2, 12.4.2009: Der Urteilsspruch (nur Teil 4, „Decisión“) (via Peru schreibt Justizgeschichte: Zusätzlich 25 Jahre Haft für Ex-Diktator Fujimori). Das ganze Urteil: Expediente N° AV 19-2001 (acumulado), del siete de abril de 2009 Casos Barrios Altos, La Cantuta y sótanos SIE.

Peru lehnt kulturelle Förderung aus Deutschland ab

Mit rund 1,5 Millionen Dollar will Deutschland ein kulturelles Projekt in Peru fördern: ein Museum zur Erinnerung an die Opfer des Bürgerkriegs 1980-2000 („Museo de la Memoria“). Die peruanische Regierung hat das Projekt jetzt auf Eis gelegt, angeblich weil es wichtigeres gibt. Wie Wolfgang Kunath in der fr-online schreibt, sagte Verteidigungsminister ?ntero Flores-Aráoz : „Wenn ich Menschen habe, die ins Museum gehen wollen, aber nichts zu essen haben, dann sterben sie an Hunger… Es gibt eben Prioritäten“. Kunath äußert folgende plausible Vermutung:

Dass der Regierung nicht viel am Erinnern liegt, dürfte damit zusammenhängen, dass Präsident Alan García während seiner ersten Amtszeit 1985 bis 1990 direkt verantwortlich war für das Vorgehen der Armee. Auch das Militär lässt die Vergangenheit lieber ruhen. Verteidigungsminister Flores macht sich dafür stark, den über hundert Menschenrechts-Prozessen gegen Militärs ein Ende zu setzen, die „das Vaterland im Kampf gegen die Überbleibsel der Guerrilla verteidigt haben“. Quelle: fr-online.de

Peruanische Intellektuelle haben am 1. März 2009 in einem offenen Brief gegen die Entscheidung protestiert und fordern die peruanische Regierung auf, das Angebot aus Deutschland anzunehmen. Dem Brief folgen sieben Seiten Unterschriften, angeführt vom Schriftsteller Mario Vargas Llosa. (Link auf den Brief gefunden im Chachablog.

Peruanische Quellen dazu:

Update 29.3.2009: Meinungsumschwung bei der Regierung García dank Vargas Llosa – Museum kommt doch.

Peru beim Rosenmontagszug 2009 in Düsseldorf

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Mottowagen „Düsseldorf, die Hauptstadt Lateinamerikas“ und
Grüppchen aus Peru beim Rosenmontagszug 2009 in Düsseldorf

Angeführt und organisiert vom Verein Amigos Latinoamericanos-Alemanes Düsseldorf e.V. (ALA), zu deutsch „Lateinamerikanisch – Deutsche Freunde Düsseldorf e.V.“, marschierten bzw. tanzten heute, 23.2.2009, einige Gruppen aus Lateinamerika beim Rosenmontagszug in Düsseldorf mit – Motto: „Düsseldorf, die Hauptstadt Lateinamerikas“. Nach der nackten Merkel mit sechs Brüsten am Anfang des Zuges war das nochmal ein Highlight fast ganz am Ende des Zuges. Zahlenmäßig waren zwar die Brasilianerinnen überlegen, aber gut 20 Peruanerinnen in typischen bunten Trachten waren dabei, wie nebenstehendes Bild mit peruanischer Flagge beweist. Im Hintergrund ist das Düsseldorfer Rathaus zu sehen.

Goldener Bär für einen Film von Claudia Llosa aus Peru

Trailer von „La Teta Asustada“

Ein Film aus Peru (Co-Produktion mit Spanien) hat bei der Berlinale 2009 den Hauptpreis „Goldener Bär“ gewonnen – Glückwunsch nach Peru!. Der Film heißt „La Teta Asustada“ („Die Milch des Leids“) und handelt indirekt von der Bewältigung der Zeit des Terrors in Peru, am Beispiel einer Frau deren Mutter damals vergewaltigt wurde. Die Regisseurin ist Claudia Llosa. Wahrscheinlich kann es die arme Frau nicht mehr hören, immer im gleichen Atemzug mit ihrem Onkel genannt zu werden, aber egal: sie ist die Nichte vom peruanischen Schriftsteller Mario Vargas Llosa.

Hier Details von der Seite der spanischen Produktionsfirma OBERON Cinematogràfica:

CREW
Writer and Director: Claudia Llosa
Producers: Antonio Chavarrías, José María Morales y Claudia Llosa
Production Manager: Delia García
Cinematographer: Natasha Brier
Art Directors: Patricia Bueno y Susana Torres
Sound: Edgar Lostaunau
Sound Editor: Marisol Nievas
Editor: Frank Gutiérrez
Mixer: Marc Orts
Music: Selma Mutal

CAST
Fausta: Magaly Solier
Aída: Susi Sánchez
Tío Lúcido: Marino Ballón
Noé: Efraín Solis

Die „Milch“ im Titel meint übrigens „Muttermilch“. Der Orginaltitel ist da schon ein bisschen plastischer – „La Teta Asustada“ heißt nämlich „Die erschrockene Brust“. Auf dem Filmplakat steht die Hauptdarstellerin nackt in einem Berg von Kartoffeln. Aber was es mit der Kartoffel in dem Film auf sich hat, ist leider zu obszön, um es auf Latinlife.de zu beschreiben – das müssen unsere geneigten Leser woanders nachlesen, z.B. hier.

Dazu:

Berlinale 2009: Goldener Bär geht nach Peru – SPIEGEL ONLINE

Filmfotos: bei trigon-film.org

Der erste Film vom Claudia Llosa „Madeinusa“ bei Amazon.

Update: Trailer zum Film.

Peruaner dürfen keinen internationalen Fußball mehr spielen

Die FIFA hat Mitglied Peru suspendiert – und deshalb darf nun kein FIFA-Mitglied mehr mit Peru spielen bzw. „auf sportlicher Ebene keine Kontakte pflegen“, wie es die FIFA-Statuten (aus der „Dokumentenbibliothek“ der FIFA) bestimmen. So wurde es von der FIFA heute verlautbart. Das entsprechende Fax von Blatter, dem FIFA-Präsidenten, an Manuel Burga, den Präsidenten des Peruanischen Fußballverbandes FPF, hat die FPF eingescannt und ins Internet gestellt (spanisch).

Grund für die Suspendierung sind anscheinend Querelen zwischen dem FPF und der staatlichen Sportbehörde IPD um den FPF-Präsident Manuel Burga, der von der peruanischen Regierung nicht akzeptiert wird. Die FIFA betrachtet das offenbar als nicht statthafte Einmischung der Politik in ihr Hoheitsrecht. Die peruanischen Staatsorgane werfen laut Spiegel Manuel Burga „Missbrauch bei der Vergabe von Ämtern und Geldern“ vor und dass er „die Statuten des Fußball-Verbandes nicht an die herrschenden Sportgesetze angepasst“ habe, und verlangen seinen Rücktritt. Blatter meinte, das Problem sei, „dass Perus Gesetze nicht zu den Statuten des Weltverbandes FIFA passen“.

Und da muss Peru wohl seine Gesetze ändern, was? Der Streit zwischen diesen Instanzen erinnert uns, die wir gerade Guido Knopps Histotainment-Show Die Deutschen geguckt haben, ziemlich an den Machtkampf zwischen Kirche und Staat bzw. Kaiser und Papst im elften Jahrhundert. Fragt sich nur, wer hier den Gang nach Canossa antreten wird.

Die Teilnahme an der WM in Südafrika konnte Peru schon vor der Suspendierung abschreiben – weil Tabellenletzter. Etwas härter trifft sicher der Entzug der Ausrichtung der U20-Copa America 2009, die statt in Peru nun in Venezuela ausgerichtet werden soll.

Update 20.12.2008: Peru darf nun auch im Fußball wieder international ran. Die FIFA hat heute die Aufhebung der Suspendierung bekannt gegeben, weil die peruanischen Behörden und der peruanische Fußballverband akzeptiert hätten, „sich an einen Tisch zu setzen“ – was immer das bedeuten soll. Im ähnlich gelagerten Fall Kuwaits, wurde die Suspendierung laut FIFA „provisorisch“ nur deshalb aufgehoben, nachdem die FIFA von den Behörden Kuwaits die Garantie erhalten habe, „dass die entsprechenden gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden“. So gesehen ist die obige „Canossa“-Frage beantwortet: FIFA-Chef Blatter ist der „Papst“ und die Regierungen treten den Gang zu ihm an. Auch schön: sein Selbstverständnis erhellt Blatter in derselben Presseerklärung durch den Spruch: „Wir sind nicht die Polizei, aber…“.

Der Aktienmarkt in Peru: Bolsa de Valores de Lima

In Zeiten finanzieller Turbulenzen interessiert uns auch einmal der Aktienmarkt in Peru. Gehandelt wird Peru an der Börse von Lima, der Bolsa de Valores de Lima, die sich selbst BVL abkürzt. Das internationale Börsensymbol der BVL ist allerdings LIN (Börsencode 89). Hier eine Liste aller Börsensymbole. Die BVL definiert verschiedene Indices:

Die drei am stärksten gewichteten Werte im IGBVL sind z.B. Volcan „B“ (Symbol: VOLCABC1) mit 10.2278%, Cerro Verde (CVERDEC1) mit 5.9810% und Milpo (MILPOC1) 4.1588%. Wenn man nun wissen will, was die so treiben, hilft Google Finance weiter. Eine eindeutige Suche kann man hier mit dem Börsensymbol und den Wertpapiersymbol zusamenbauen, z.B. „LIN:VOLCABC1“. Google listet die Beschreibung („exploration, extraction and treatment of polymetallic minerals“), die Webseite (volcan.com.pe), Adresse, Eckdaten aus der Bilanz, News usw. auf. Leider kann man für die peruanischen Werte nicht die Kurse so schön grafisch verfolgen wie z.B. Apple. Das macht Google offenbar nicht für alle Werte (sondern nur für amerikanische?). Dafür verlinkt Google zu Reuters, wo man sogar die Karrieren aller Manager der Firma lesen kann. Und dort klickt man auf „Chart“ und kann dann grafisch ablesen, wie es dem Kurs ergeht (in diesem Fall vom über 15 PEN (Peruanische Nuevo Soles) in 2007 auf unter 1,2 PEN heute (auch ein ganz schöner Absturz).

Cerro Verde ist auch eine Minengesellschaft, hier bei Google Finance (LIN:CVERDEC1), hier bei Reuters. Milpo (MILPOC1) – ebenfalls Mining – bei Google und Reuters.

Mit diesen Links fällt es leicht, die Entwicklung der Börse in Lima im Detail zu verfolgen. Für das Gesamtbild kann man z.B. auch bloomberg.com bemühen: hier der IGBVL. Wie man sieht: bis Mitte 2007 ging es ziemlich steil aufwärts, danach steil abwärts.

Die Aktien werden in Deutschland schwer zu erwerben sein, aber es gibt ein Index-Zertifikat, welches Firmen abbildet, die in Peru aktiv sind (allerdings nur vier peruanische darunter, denn die Amerikaner und Kanadier buddeln auch fleißig nach Gold usw. in Peru): DE000AA0PEU5. Hier das Chart dazu bei abnamromarkets.com. Wie gut, wenn man es nicht gekauft hat, als es in FAZ.net appetitlich beschrieben wurde – im Juni 2007.

Neuer Nachtflug nach Peru

Ab 27.10.2008 gibt es eine neue Flugmöglichkeit nach Lima, nämlich mit dem LAN Flug 2707 von Madrid nach Lima, Abflug 00:35 Uhr , Ankunft um 7:00 Uhr Morgens – 12 Stunden 25 Minuten also in einer Boeing 767. Zubringer von Frankfurt ist z.B. der Flug LAN 705 (ein Airbus 340), Abflug 17:25 Uhr. Damit dauert der Flug von Frankfurt aus 17 Stunden 25 Minuten. Quelle: reisenews-online.de