Schüleraustausch mit YFU

Schüleraustausch ist etwas Feines, daher geben wir hier gerne etwas bescheidene Unterstützung für den gemeinnützigen Verein Schüleraustausch mit YFU (Deutsches Youth For Understanding Komitee e.V.), von dem uns folgende Pressemitteilung erreicht:

Alle Schüler zwischen 15 und 17 Jahren, die schon immer den Wunsch hatten ein Jahr im Ausland zu verbringen, haben jetzt noch die Chance sich diesen Wunsch für die Abreise im kommenden Sommer zu erfüllen: Die Jugendaustauschorganisation Deutsches Youth For Understanding Komittee e.V. (YFU) hat aktuell noch Restplätze in insgesamt 28 Ländern frei, darunter auch 5 Plätze in Brasilien.

Die Schüler leben in Gastfamilien und besuchen die lokale Schule. Sie lernen dabei das Land und dessen Sprache sowie Kultur intensiv kennen. Portugiesisch-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Für Schüler mit finanziellem Förderbedarf gibt es umfangreiche Stipendienmöglichkeiten.

YFU organisiert und betreut weltweit langfristigen Schüleraustausch. Zusammen mit YFU-Partnerorganisationen in mehr als 40 Ländern setzen wir uns für interkulturelles Zusammenleben und aktive Völkerverständigung ein. Seit der Gründung im Jahr 1957 haben insgesamt rund 50.000 Jugendliche an unserem Austauschprogramm teilgenommen. In Lateinamerika arbeiten wir mit folgenden Partnerländern zusammen: Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Kolumbien, Mexiko, Peru und Uruguay.

Mehr Informationen über YFU finden Sie auf unserer Homepage www.yfu.de.

Für viele Länder kann man sich noch für 2011/2012 bewerben – aber nur bis Ende Februar.

Fluggesellschaft Air Comet pleite

Die spanische Fluggesellschaft Air Comet, die auf Flüge zwischen Spanien und Lateinamerika spezialisiert war, ist pleite. Alle Flüge sind abgesagt. Die Webseite aircomet.com ist im Moment abgeschaltet.

1500 Kunden sollen davon betroffen sein. Neben den Angestellten, die wahrscheinlich ihren Arbeitsplatz verlieren, gilt denen unser Mitgefühl, weil sie nun vielleicht Weihnachten nicht dort feiern können, wo sie wollen und zudem auch noch um ihr in die Tickets investiertes Geld bangen müssen.

Wir haben das einmal selbst erlebt (mit 300.000 weiteren Passagieren), als Ende 2006 Air Madrid pleite ging. Wir hatten damals das Glück, dass eine Reklamation bei der Kreditkartengesellschaft VISA, über die wir die Online-Buchung bezahlt hatten, Erfolg hatte und wir das Geld nach einiger Zeit von VISA zurück bekamen. Soviel als Tipp…

Quelle: Air Comet stellt nach Pleite alle Flüge ein | tagesschau.de.

Update 1.1.2010: Proteste am 31.12.2009 vor der Spanischen Botschaft in Lima von sitzen gelassenen Air-Comet-Passagieren.

Astro-Jose zwitschert aus dem Weltraum

Astro José auf Space-Shuttle-Mission (ganz links)

Als lateinamerika-interessierter SF-Nerd freute ich mich heute über die Nachricht, dass der Latino-Astronaut José Hernández als „Astro_Jose“ seine aktuellen Erlebnisse im Orbit bei Twitter kundtut:

Jose Hernandez Astro_Jose on Twitter.

Er ist zur Zeit (2.9.2009) in der Mission STS-128 mit dem Space Shuttle Discovery unterwegs. Vor 6 Stunden hat er z.B. gerade Danny & Nicole in den Raumanzug geholfen („Everything going well!“).

Der us-amerikanische Ingenieur mexikanischer Abstammung wurde erst 2004 als Astronauten-Kandidat von der Nasa ausgewählt – mit über 40 Jahren (nachzulesen in seinem Lebenslauf). Besteht doch noch Hoffnung für unsere älteren, männlichen Leser, ihre Kindheitsträume wahr zu machen?

Via The Latin Americanist.

Machu Picchu ist eines der 7 neuen Weltwunder

Machu Picchu
DAS Wir-waren-da-Touristenfoto vor Machu Picchu

Peru hat es geschafft: Machu Picchu ist heute, am 7.7.2007, zu einem der sieben neuen Weltwunder erklärt worden. In einer öffentlichen Abstimmung, die schon seit zwei Jahren lief und an der rund 100 Millionen Menschen teilnahmen, haben Machu Picchu und die anderen 6 Gewinner 13 weitere Finalisten (von ursprünglich 200 Kandidaten) ausgestochen, darunter so illustere Kandidaten wie die Akropolis in Athen, die Figuren auf der Osterinsel, Stonehenge und die Freiheitsstatue (hier die ganze Liste). Die Sieger wurden heute in einer großen Show im Estadio da Luz in Lissabon bekannt gegeben – eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen man Jennifer Lopez und Neil Armstrong zusammen erleben konnte. Und hier alle sieben neuen Weltwunder:

  • die Chinesische Mauer
  • die Steinstadt Petra in Jordanien
  • die Erlöser-Statue Christi in Rio de Janeiro
  • die Inka-Ruinenstadt Machu Picchu in Peru
  • die Ruinenstätte Chichen Itza auf der mexikanischen Halbinsel Yucatan
  • das Kolosseum in Rom und
  • der Taj-Mahal-Tempel in Indien

Die Abstimmung war privat organisiert (von dem Schweizer Filmemacher Bernard Weber) und die Liste hat damit keinen offiziellen Charakter, aber 100 Millionen Teilnehmer bringen ja schon einiges Gewicht auf die Waage. Das dürften mehr Wähler sein, als z.B. das Europaparlament wählen. Diese „Basisdemokratie“ bevorzugt allerdings große Länder – mal vorausgesetzt, dass die Menschen einigermaßen patriotisch abstimmen. Dass die Chinesische Mauer auf der Liste steht, ist somit keine große Überraschung. Umsomehr verwundern „Petra“ und „Chichén Itzá“, die nicht nur mir vorher namentlich unbekannt gewesen sein dürften. Ob sich diese neue Liste über Jahrhunderte so durchsetzt, wie die orginale Weltwunderliste, wage ich zu bezweifeln. Es gibt heute einfach zu viele Wunder.

Mehr dazu:

Nackte Jungfer aus Peru

Nackte Jungfer aus Peru
Nackte Jungfer aus Peru

In Mallorca kann man zu dieser Jahreszeit viele hübsche Pflänzchen beobachten. Als wir kürzlich dort waren, hatte ich die Gelegenheit einige davon zu fotografieren. Ein Exemplar, hier abgebildet, ist die Nackte Jungfer aus Peru. Die Nackte Jungfer kann nach dem Pflücken komplett vernascht werden – sie schmeckt scharf! Ihr „Latin“-Name ist übrigens Tropaeolum majus und in Deutschland ist sie besser bekannt als „Große Kapuzinerkresse“. Mit der Kartoffel gemein hat die Nackte Jungfer ihre Herkunft aus Peru. Im 16. Jahrhundert brachten die spanischen Eroberer die Pflanze mit dem Inka-Gold in ihre Heimat zurück.

Weitere deutsche Synonyme für die Pflanze sind Kapuzinerlein, Mönchkapützchen, Pfaffenkapp, Husarenkapp, Hackenblume, Gelber Rittersporn, Tellerbloom, Klimmauf, Jungfer im Grünen, Indianische Kresse, Spanische Kresse, Spanische Winde, Falsche Kapern, Kapernblume. Auf Spanisch heißt sie auch capuchina, espuela de galán, flor de la sangre, llagas de Cristo, marañuela, mastuerzo de Indias o pelón. (Quelle: pharmakobotanik.de).

Das Foto stammt aus dem Botanischen Garten von Soller. (Der Link öffnet Google Maps mit einer Anreicherung von mir – ein kleines Experiment. Testweise habe ich denselben Text auch mal bei der Google Earth Community angemeldet.)
Weitere Quellen:

Straßenszene in Lima

Haendler-in-Lima
„Mobile sellers in the city“, Bild von Solangel Giannopoulos (CC Lizenz)

Schnappschüsse aus aller Welt lassen sich heute leicht tagesaktuell verfolgen. Die Foto-Site flickr.com erlaubt das Abonnieren von Fotos zu bestimmten Stichworten. In einem Feed-Reader, z.B. Bloglines, bekommt man dann täglich frische Fotos zum Thema serviert. Ich verfolge so z.B. die neusten Fotos aus Lima. Heute war mal wieder ein besonders interessantes Bild vom Alltagsleben auf Limas Straßen dabei. Das Copyright liegt bei Solangel Giannopoulos, die es aber dankenswerterweise für gewisse Anwendungen freigegeben hat.

Film über Tiroler Siedler im peruanischen Regenwald

Tiroler, Rheinländer und Bayern siedeln seit 120 Jahren im peruanischen Amazonasgebiet – in dem von ihnen 1859 gegründeten Dorf Pozuzo. Erleben kann man die heutigen Überbleibsel davon jetzt im Kino – allerdings vorerst nur in Berlin. Die Kulturabteilung der Botschaft von Peru lädt am 25.11.2006 um 16:00 Uhr in das Kino Babylon in Berlin Mitte. Gezeigt wird der Dokumentarfilm „120 Jahre Einsamkeit“ von Jorge Marroquin Winkelmann und Jörg Förster. Eine deutsche Produktion von 2006, allerdings nur fernsehtaugliche 40 Minuten lang. Der Eintritt ist frei – und nachher wird noch auf ein Glas Wein geladen.

Herr Winkelmanns Familie stammt selber von den deutschen Siedlern ab und gründete 1890 mit den Pozuzinos die zweite deutsche Siedlung, Oxapampa.

Aus dem Pressetext: „Im Jahr 1859 siedeln sich 305 Tiroler, Rheinländer und Bayern im peruanischen Regenwald an und gründen ein Dorf. Sie passen sich dem neuen Klima, Territorium und den ungewöhnlichen Lebensumständen an. Von dem Rest der Welt isoliert und vergessen, bewahren sie über einen Zeitraum von ca. 120 Jahren ihre aus Europa mitgebrachte Sprache, Religion, Architektur und Lebensweise. 1975 bringt die Anbindung an eine Straße dramatische Veränderungen: die Isolation ist aufgehoben, die behütete Identität bedroht. Wir erleben dieses Stück Tirol mitten im peruanischen Amazonasgebiet an einem Wendepunkt seiner Entwicklung und erfahren, warum die alten Gebräuche und Traditionen im Begriff sind zu verschwinden.“

Übrigens wurde gestern, am 20.11.2006, in dem Dorf, wie auch im Rest von Peru, die Gemeinderatswahl durchgeführt. Der bisherige Ortschef, Carlos Gstir-Schaus (hübsch, diese peruanisch-tiroler Namen), soll die besten Chancen haben, den Posten wieder zu ergattern. Anläßlich der Wahl berichtet DerStandard.at über die Hintergründe der Tiroler Auswanderung. Erbrechtliche Gründe hätten für die Auswanderer eine wichtige Rolle gespielt: „Konnte der eigene Boden eine Familie nicht ernähren, so sei auch eine Heirat gesetzlich nicht erlaubt gewesen. Für einige verarmte Kleinbauern sei die Emigration ein Ausweg aus ihrer trostlosen Situation in der Heimat gewesen. Nach viermonatiger Schiffsreise und der Ankunft am Hafen Huacho nördlich von Lima seien die Tiroler unter großen Strapazen und Entbehrungen über die Anden marschiert. Im Frühsommer 1859, nach zwei Jahren härtester Prüfungen, habe die von Abwanderungen und Todesfällen auf 165 Personen dezimierte Gruppe am Rio Huancabamba die „Kolonie Pozuzo“ gegründet.“

Ich würde gerne hin gehen, wenn es nicht so weit weg von Düsseldorf wäre. Hoffentlich wird es bald im Fernsehen gesendet.

Nochmal die Fakten:

  • Dokumentarfilm „120 Jahre Einsamkeit“ von Jorge Marroquin Winkelmann und Jörg Förster
  • Samstag, 25.11.2006, 16:00 Uhr
  • Kino Babylon
  • Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin-Mitte

Weiteres dazu:

Drei Journalisten unterwegs in Südamerika

Was kann es schöneres Geben als fürs Reisen bezahlt zu werden? Drei Journalisten der Deutschen Welle haben gerade das Vergnügen: Sie sind seit Oktober 2006 in Südamerika unterwegs und berichten dreisprachig in einem einem gemeinsamen Blog von ihren Erfahrungen und Erlebnissen:

  • Steffen Leidel bereist Venezuela und Bolivien. Er schreibt als einziger auf Deutsch.
  • Geraldo Hoffmann berichtet aus seinem Heimatland Brasilien, natürlich auf Portugiesisch
  • Luna Bolívar – schreibt Spanisch – besucht Chile.

Das ganze soll in einem dreisprachigen Special aus Reportagen, Interviews und Analysen münden, das Ende November auf DW-World.de erscheinen soll. Bin gespannt darauf – bis dahin kann man die interessanten Berichte verfolgen, die fast täglich auf dem Blog eintrudeln.