Lateinamerikaner, die seit 2 Jahren legal in Spanien leben, können einen spanischen Pass beantragen und damit alle Vorteile eines EU-Bürgers – z.B. Reise- und Niederlassungsfreiheit in der EU – erreichen. Da vor rund zwei Jahren der Aufenthalt in Spanien von ca. 600.000 „illegalen“ Einwanderern, meist aus Lateinamerika, durch eine Sonderregelung legalisiert wurde, gibt es zur Zeit einen „Run auf den spanischen Pass“. Damals war die Voraussetzung für die Legalisierung des Aufenthalts eine mindestens 6-monatige Anstellung mit Arbeitsvertrag in Spanien. Besonderes Bonbon der aktuellen Regelung: die Lateinamerikaner dürfen ihre alte Staatsbürgerschaft behalten.
Shakira: 45 Millionen US-Dollar für Erdbebenopfer in Peru
Die attraktive Schlagzeile „Shakira spendet 45 Millionen US-Dollar für Erdbebenopfer in Peru“ erregte heute meine Aufmerksamkeit – „Sex sells“ macht eben auch vor wohltätigen Zwecken nicht halt. Grund genug sich mal genauer mit dieser Meldung zu befassen. Shakira spendet die 45 Millionen US$ nicht aus ihrem Privatvermögen, sondern kündigte sie im Namen der ALAS Foundation (America Latina en Accion Solidaria – „Latin America for Solidarity“) an. Diese Stiftung wurde am 12.12.2006 von eine Anzahl lateinamerikanischer und spanischer Stars (Sänger, Schriftsteller) in Panama gegründet – mit dem Ziel, Kindern in Lateinamerika zu besserer Gesundheit und Erziehung zu verhelfen. ALAS „hilft den Helfern“, das heißt, die Stiftung gibt das Geld nicht selber aus, sondern unterstützt die Internationale Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften.
Ein ausführlicher Artikel über ALAS ist im Magazin „hispaniconline.com“ zu lesen: The power of PHILANTHROPY. Demnach hat Shakira, die sich schon länger für die Armen in Lateinamerika stark macht, diese Idee ursprünglich mit Alejandro Sanz und Miguel Bosé ausgeheckt und in ihren Kreisen und darüber hinaus verbreitet. Heute ist der Sänger Miguel Bosé (Homepage) Präsident des „Aktivisten-Rates“, der ehemalige spanische Ministerpräsident Felipe González ist Präsident des Beirates und Ehrenpräsident der Stiftung ist Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez. Die Aktivisten sind zur Zeit folgende großen und kleineren Berühmtheiten:
Adrian Dárgelos (Babasónicos), Alejandro Fernández, Alejandro Sanz, Alex González (Maná), Aleks Syntek, Benny Ibarra, Beto Cuevas (La Ley), Carlos Vives, Catupecumachu, Chayanne, Daddy Yankee, Daniela Mercury, David Bisbal, Danilo Pérez, Diego Torres, Diego Uma (Babasónicos), Don Omar, Emmanuel, Enanitos Verdes, Fher Olvera (Maná), Fidel Nadal, Fonseca, Gianmarco, Gilberto Santa Rosa, Gustavo Cerati, Jeremias, Jennifer López, Joan Sebastian, Jorge Drexler, Jorge Celedón, Juanes, Juan Luis Guerra, Julián Weich, Julieta Venegas, Kumbia All Stars, Los Tigres Del Norte, Lucero, Luis Alberto Spinetta, Malu, Marc Anthony, Miguel Bosé, Omar Alfanno, Os Paralamas, Paulina Rubio, Pedro Suárez Vertiz, Pepe Alva, Raphael, Reyli, Ricardo Arjona, Ricardo Montaner, Ricky Martin, Rubén Blades, Shakira, Thalia, Timbiriche, Tania Libertad, Tito El Bambino, Wyclef Jean. (Die mir bekanntesten habe ich fett markiert.)
Nach dem Erdbeben in Peru haben einige der Aktivisten für die Stiftung ein Spendenaufruf-Video produziert, das als Spot in Lateinamerika, USA und Spanien im TV gelaufen ist. Anscheinend hat das gut funktioniert, denn ich nehme an, ein Großteil der 45 Millionen dürfte daraufhin gesammelt worden sein. Eine tolle Aktion!
Das Geld kommt übrigens nicht nur den Menschen in Peru zu Gute, sondern auch den Opfern des Hurricans Felix in Nicaragua. 5 Millionen der 45 sind außerdem für ein mehrjähriges Bildungsprojekt vorgesehen.
Festival Son Cuba in Wuppertal und anderswo
In Wuppertal gibt es am kommenden Mittwoch, 26.9.2007, kubanische Musik im Cafe Ada beim „Festival Son Cuba“.
Vier Bands spielen 3 Stunden ab 20:00 Uhr:
- RICARDO ORTIZ („Die Stimme der VIEJA TROVA SANTIAGUERA“)
- PANCHO AMAT & EL CABILDO DEL SON („Der Tres Master und seine Band“)
- VOCAL UNIVERSO („Son Divas aus Pinar del Rio“)
- SAX QUARTET ‚ARSIS‘ („Swingende Saxophone – Son ganz anders“)
Wer das in Wuppertal verpasst, kann es noch anderswo sehen (z.B. 21.10.2007 in Bonn), da das Festival auf Deutschland und Europa-Tournee ist. Weitere Details auf der Hompage des Festivals.
Salsa mit Henry Herrera am 6.10.2007 in Wuppertal
Henry Herrera (Homepage salsaracing.com) ist ein recht bekannter Salsa-Artist aus Miami, gebürtiger Kubaner, der sich als Tänzer, Tanzlehrer, Salsa-Video-Produzent und durch die Mitarbeit an Filmproduktionen (z.B. die Choreographie für Miami Vice), Wettbewerben usw. einen Namen gemacht hat. Im Oktober bietet sich in Wuppertal die Gelegenheit, was von ihm zu lernen. Am 6.10.2007 kommt er mit Angelina Carucci zu Workshops und Show ins Wuppertaler Haus der Jugend, Geschwister-Scholl-Platz 4–6.
Hier Details zu dem Salsa-Tag von Pedro Perez‘ Webseite Pedro-Salsacasino.de , wo man sich auch Online anmelden kann:
Workshop Samstag 6.Okt. 2007
HENRY HERRERA & ANGELINA CARUCCIZum 1. Mal: LA GALA de SALSA IM LBC-HAUS der Jugend in Wuppertal-Barmen mit erstklassigem SALSAWOKRSHOPS UND SALSAPARTY.
SALSAWORKSHOP mit HENRY HERRERA exklusiv aus Miami zu seinen einzigen Gastspiel in DeutschlandSALSA PARTY auf 2 EBENEN mit 4 Top Djs & Tanzshow der Extraklasse mit HENRY HERRERA & ANGELINA CARUCCI.
Einlass 21. 00 Uhr / Start 22.00 Uhr
Djs Jack el Calvo (Paris), Pepe Luis (Luxemburg), JuanPa (Münter), Carlin ( NRW.) nur Party 8 €
WORKSHOPS / ZEIT 1. Cuban Body Moves 11.00 bis 12.00 2. Rueda de Casino (intermediate) 12.15 bis 13.15 3. Ladies/Men Styling 13.30 bis 14.30 PAUSE 4. Rueda de Casino ( Advanced) 15.30 bis 16.30 5. Salsa LA-Style (partner work) 16.45 bis 17.45 6. Cuban Salsa (partner work) 18.00 bis 19.00 PREISE Einzelworkshop ohne Party 15 € Fullpass ohne Party 55 € Fullpass mit Party 60 € Party für Einzel-workshop-teilnehmer 5 € Nur Party 8 € LCB-HAUS der JUGEND Geschwister-Scholl-Platz 4 – 6 42269 Wuppertal – Barmen
Alle Angaben sind Stand 22.9.2007 und ohne Gewähr. Aktuelles dazu bitte auf der Webseite des Veranstalters nachschauen.
Googeln: Henry Herrera (Bilder)
New York Times über Peru
Die Online-Ausgabe der altehrwürdigen New York Times ist seit kurzem kostenlos. Alle Ausgaben ab 1987 – und zusätzlich das Archiv vom 1851 bis 1922 – sind kostenlos online abrufbar. Die Tageszeitung bietet z.B. Startseiten („Time Topics“) mit Infos für einzelne Länder – z.B. Peru– und personenbezogene Zusammenstellungen, z.B. über Alberto Fujimori oder Alan Garcia. Die Topics kann man auch als RSS-Feed abonnieren.
Interessantes und unendliches Lesefutter sind die Archive aus dem vorletzten Jahrhundert. Hier die Suche nach alten Artikeln über Peru – älteste zuerst. Man stößt auf historische Meldungen wie z.B. zur Kriegserklärung Chiles an Peru im April 1879, mit der der sogenannten Salperterkrieg begann, in dem Bolivien seinen Zugang zum Meer verlor und Chile sich Reichtum durch Bodenschätze sicherte. Die Folgen belasten das Verhältnis der drei Länder bis heute.
Fujimori – Beginn des letzten Aktes
Perus Ex-Präsident Alberto Fujimori wird nach Peru ausgeliefert. So entschied gerade das Oberste Gericht Chiles, wo Fujimori nach seiner missglückten „Rückkehr“ Ende 2005 nach Lateinamerika festgenommen wurde und dort viele Monate unter Arrest stand. Fujimori dürfte gerade jetzt (22.9.2007) unterwegs zur peruanischen Grenze sein, wo ihn die Perus Interpol aufgabeln wird. Ihm soll der Prozess wegen vielfachen Mordes und Korruption gemacht werden – alle Fälle aus seiner Zeit als Präsident. Eine Zusammenfassung der 17-Jährigen „Beziehung“ Fujimoris zu Peru bietet Time.com.
Schön für Peru, schön für den Rechtsstaat, hoffentlich wird’s auch schön für die Gerechtigkeit.
- Time.com: Game Over for Peru’s Fujimori
- taz.de: Fujimori muss sich verantworten
- LivingInPeru.com: Fujimori to be Extradited to Peru within the Next Few Hours
Latin Music aus dem Rechner – Internet-Radio
Mit einem schnellen Internetanschluss (z.B. DSL) kann man problemlos Radio aus aller Welt via Internet hören. Zum Abspielen braucht man einen sogenannten Streaming-Client, beispielsweise iTunes von Apple (Windows/Mac) oder WinAmp (Windows). Verzeichnisse wie Shoutcast.com listen sehr viele Sender auf und laden zum Stöbern ein.
Hier ein paar Beispiel-Suchen bei Shoutcast.com (Klick auf „Tune in!“ lädt die Playlist „.pls“, die man zum Abspielen z.B. im iTunes öffnet):
- Genre „Latin“, nach Bitrate sortiert
- Stichwort „Salsa“, nach Bitrate sortiert
- Stichwort „Peru“, nach Bitrate sortiert
Bei live365.com (Klick auf den gelben Lautsprecher öffnet ein Popup-fenster, dann wird die .pls heruntergeladen, leider alles sehr träge bei meinem Test):
Oder selber suchen bei Google:
Gute Qualität kann man ab „64K“ erwarten, CD-Qualität ab „128K“. Die Musik ist zwar kostenlos, aber bitte daran denken, dass der Download und damit das Abspielen Geld kostet – es sei denn man hat eine Internet-Flatrate.
Politik Boliviens im Dokumentarfilm „Looking for revolution“
Die USA führen einen Krieg gegen Drogen. Koka ist der Grundstoff für Kokain. Einer der Hauptwirtschaftszweige Boliviens ist der Anbau von Koka. Bolivien ist das ärmste Land Lateinamerikas. Boliviens Präsident Evo Morales ist ein ehemaliger Koka-Bauer… – und das ist nur ein Aspekt spannungsreichen Lage in Bolivien, zwischen neuer Verfassung, Agrarreform, Verstaatlichung der Erdgasindustrie, Armut, Korruption usw.
Über die Politik von Evo Morales und die Lage in Bolivien gibt es einen neuen Dokumentarfilm: „Looking for revolution“ (Deutsch: „Die Inka-Revolution“) von Rodrigo Vázquez. Am Samstag wurde er in der Reihe „Why Democracy?“ in Berlin im Kino gezeigt. Im Fernsehen wird er auf Arte am Montag, 15. Oktober 2007, um 23:15 Uhr erst-ausgestrahlt.
Hier ein Stück aus dem Pressetext: „Der erste eingeborene Präsident Boliviens, Evo Morales, ein ehemaliger Coca-Bauer, ist angetreten, den Traum vieler Menschen in Lateinamerika von einer sozialen Revolution und Gerechtigkeit zu verwirklichen. Er verstaatlichte die Ölindustrie und brachte die Agrarreform in Gang. Doch Korruption und Vetternwirtschaft existieren weiter. Je mehr er sich dafür einsetzt, Arbeitsplätze zu schaffen, desto mehr verbünden sich die Landbesitzer gegen ihn und lähmen so Boliviens Wirtschaft. Ohne neue Jobs setzen auch die Armen Morales unter Druck. Dieser Kreislauf der Spannungen droht sowohl das Land als auch die einheimische „Revolution“ zu zerstören. LOOKING FOR REVOLUTION von Rodrigo Vázquez stellt dar, wie diese Situation von den Menschen im Land wahrgenommen wird.“
(Den Hinweis auf den Film habe ich beim Schockwellenreiter aufgeschnappt.)
Stichwahl kommt in Guatemala
Nach einem harten „Wahlkampf“ (mehr als 50 Parteimitglieder und Kandidaten wurden getötet) ist in Guatemala am Sonntag, 9.9.2007, gewählt worden. Ergebnis: Alvaro Colom Caballeros von der linksgerichten Nationalen Union der Hoffnung (UNE) muß in einer Stichwahl um das Präsidentenamt, voraussichtlich am 4. November, gegen Otto Perez Molina von der Patriotischen Partei (PP) antreten. Colom steht für Sozialausgaben gegen Armut, Kampf gegen die Arbeitslosigkeit und Reform des Justizsystems. Molina für Kampf gegen die Kriminalität, Aufstockung der Polizei und Wiedereinführung der Todesstrafe. Zwei doch recht entgegengesetzte Wege, um das Land zu führen, dessen 6 Millionen Wahlberechtigte dieses Jahr um ca. 6000 Stimmen reduziert wurde – durch Mord.
Dass Perez Molina im 36-jährigen Bürgerkrieg als Militär im Einsatz war und im Zusammenhang mit Massakern an der indigenen Maya-Zivilbevölkerung genannt wird, hat ihm offenbar nicht genug geschadet, um ihn aus dem Rennen zu werfen. Die Kandidatin Rigoberta Menchu, Friedensnobelpresträgerin, holte nur 3 % der Stimmen.
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Zwei Wochen nach dem Beben in Peru
In den Medien ist zu den Folgen des Erdbebens in Peru nicht mehr viel zu lesen – die Tagesordnung der Welt ist schon zur nächsten Katastrophe übergegangen. Das bedeutet aber leider nicht, dass wieder alles in Ordnung wäre. Das Gegenteil ist ist der Fall.
So berichtet z.B. der Verein „Ärzte ohne Grenzen“, die zur Zeit mit 25 Mitarbeitern in Peru helfen, über den Ort Guadalupe, 100 Kilometer südöstlich von Pisco, in dem bis vor wenigen Tagen noch gar keine Hilfe eingetroffen war. Und das, obwohl die Häuser dort zu 95% zerstört wurden. Die Ärzte o.G. behandeln Kranke und Verletzte in und um die zerstörten Städte Chincha, Pisco und Ica, verteilen Hilfsgüter, stellen Wasser- und Sanitäreinrichtungen bereit und leisten den Betroffenen auch psychologischen Unterstützung. Der Verein ist sicher auch ein gutes „Ziel“ für Spenden.
Der Katastrophenschutz Perus gesteht derweil ein, dass er unglücklicherweise nicht ausreichend auf die Lage vorbereitet war und ruft die Weltgemeinschaft „zur Spende von 40.000 Zelten für rund 200.000 Obdachlosen in den am stärksten betroffenen Gebieten“ auf. Bisher gibt es erst 9000 Zelte, 9000 sind von Hilfsorganisationen noch zugesagt – aber in der Rechnung fehlen dann immer noch 22.000 Zelte. Die Vorräte an eigenen Notunterkünften seien aufgebraucht – wegen der Kältewelle, die Peru schon seit längerem heimsucht (und auch viele Tote gefordert hat).
